Eintracht Frankfurt Rudolf Gramlich wegen Nazi-Vergangenheit nicht mehr Ehrenpräsident

Wegen Nazi-Vergangenheit : Eintracht Frankfurt erkennt Gramlich posthum die Ehren-Präsidentschaft ab

Rudolf Gramlich soll von der Herrschaft der Nationalsozialisten profitiert haben. Deshalb ist der inzwischen verstorbene Fußball-Funktionär nicht mehr länger Ehrenpräsident von Eintracht Frankfurt.

Eintracht Frankfurt hat seinem früheren Präsidenten Rudolf Gramlich wegen dessen Nazi-Vergangenheit posthum die Ehren-Präsidentschaft aberkannt. Diesen gemeinsamen Entschluss von Ehrenrat und Präsidium hat Präsident Peter Fischer wie erwartet bei der Mitgliederversammlung am Sonntag in Frankfurt verkündet. „Ein Ehrenpräsident muss, egal, was er sportlich Positives erreicht hat, auch moralisch und ethisch ein Vorbild sein“, begründete Fischer. Der 63-Jährige erntete großen Applaus von den knapp 600 Mitgliedern in der Wolfgang-Steubing-Halle.

Gramlich war von 1955 bis 1970 Eintracht-Präsident, in seine Amtszeit fiel die einzige deutsche Meisterschaft des Vereins im Jahr 1959. Die Hessen haben den Fall und Gramlichs Vergangenheit in den vergangenen Jahren mit einem unabhängigen Institut aufgearbeitet und untersucht. Es habe sich gezeigt: Gramlich habe als Privat- und Geschäftsmann von der Herrschaft der Nationalsozialisten profitiert. Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und Präsident Fritz Keller wollen sich die Vergangenheit Gramlichs nun genauer ansehen.

Vor allem der jetzige Präsident Fischer positioniert sich immer wieder deutlich gegen rechts. So auch bei der Mitgliederversammlung 2018, als er mit Bezug auf die AfD gesagt hatte: „Es kann niemand bei uns Mitglied sein, der diese Partei wählt, in der es rassistische und menschenverachtende Tendenzen gibt.“ Auf dem Vereinsgelände am Riederwald warb die Eintracht an diesem Sonntag mit dem Slogan „Platz für Vielfalt“, es waren Fahnen von 14 verschiedenen Ländern, von denen derzeit Profis bei der Eintracht aktiv sind, zu sehen.

(kron/dpa)