Eintracht Frankfurt: Roms Bürgermeisterin bezeichnet Eintracht-Fans als „Bestien“

Krawalle bei Europa-League-Spiel : Roms Bürgermeisterin bezeichnet Eintracht-Fans als „Bestien“

Sportlich gelang Eintracht Frankfurt bei Lazio Rom ein Erfolg. Doch die Krawalle rund um das Spiel trüben die Stimmung. Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi verurteilt das Verhalten der Eintracht-Fans scharf.

Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi hat einige Fans von Eintracht Frankfurt nach Unruhen beim Spiel gegen Lazio als „Bestien“ bezeichnet. „Hooligans aus Deutschland haben heute Abend im Grunde Teile unserer Stadt geplündert und verwüstet“, klagte Raggi am Donnerstagabend in einer italienischen Talkshow. „Fans wollen wir, Bestien nicht“.

Vor dem Spiel gegen Lazio Rom war es unter anderem zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Sechs Eintracht-Fans wurden festgenommen, einer davon, weil er die Barrikaden zum Spielfeld durchbrechen wollte, teilte die Polizei mit. Acht weitere Deutsche und ein Italiener seien vorübergehend festgesetzt worden, weil sie Brandkörper oder Drogen ins Stadion schmuggeln wollten.

Mehrere Fans waren nach Angaben der Polizei in einen Supermarkt gerannt und klauten dort Alkohol und Lebensmittel. Bilder zeigten zudem eine vollkommen vermüllte Piazza del Popolo im Zentrum der Stadt.

Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete am Freitag, dass zwei deutsche Fans nach dem Spiel von Lazio-Anhängern verprügelt worden seien und im Krankenhaus behandelt werden mussten. Rund 10.000 Eintracht-Fans waren zu dem Spiel nach Rom gereist. Im Vorfeld hatte es Warnungen vor Ausschreitungen gegeben, die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Auch die Klubführung der Frankfurter fand deutliche Worte. "Eine kleine Gruppe hat das Spiel missbraucht, um ihre private Auseinandersetzung mit Lazio Rom zu führen", sagte Vorstandsmitglied Axel Hellmann, der von einer Bestrafung durch die Europäische Fußball-Union (Uefa) ausgeht: "Diese kleine Gruppe nimmt alle anderen Fans in Sippenhaft, was die Wahrnehmung und Stimmung betrifft. Das schadet Eintracht Frankfurt." Kapitän Marco Russ war entrüstet: „Im Endeffekt werden nicht die handelnden Personen bestraft, sondern der Verein und 99,8 Prozent der anderen Fans.“

Rom hat schlechte Erfahrungen mit Fußballfans: Im Jahr 2015 hatten Hooligans des niederländischen Klubs Feyenoord Rotterdam den historischen Platz vor der Spanischen Treppe verwüstet.

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(dpa/old)