Eintracht Frankfurt: Nachwuchstrainer soll RB Leipzig ausspioniert haben

Unerlaubter Zugriff auf Spielerdaten : Frankfurter Nachwuchs-Coach soll RB Leipzig ausspioniert haben

Ein mittlerweile entlassener Nachwuchstrainer des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt soll über Jahre Spielerdaten von Ligakontrahent RB Leipzig ausspioniert haben.

Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, soll der ehemalige U17-Coach über einen New Yorker Mitarbeiter von RB das Passwort für das Datenkonto der Sachsen bei der International Soccer Bank erhalten haben und so Zugriff auf die sensiblen Informationen gehabt haben.

Leipzigs Kommunikationsdirektor Florian Scholz bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, „dass es zu Unregelmäßigkeiten in einem nicht unerheblichen Umfang“ beim Zugriff auf den RB-Account bei der ISB-Datenbank im Nachwuchsbereich gekommen sei. Die Zugriffe seien über den Zugang eines ehemaligen RB-Mitarbeiters erfolgt. Scholz betonte aber, dass es sich ausschließlich um Daten von Nachwuchsspielern gehandelt habe. Er geht nicht davon aus, „dass es einen Zusammenhang zwischen den Zugriffen auf die Datenbank und Spielerverpflichtungen seitens Eintracht Frankfurt gegeben hat.“

Die Frankfurter untersuchen den Fall umfassend, wie Eintracht-Präsident Peter Fischer der „Bild“ sagte. „Nach allen bisherigen Erkenntnissen hat sich ein Mitarbeiter des Vereins allein verantwortlich unberechtigten Zugriff auf die von RB Leipzig betriebene Nachwuchs-Scouting-Datenbank verschafft“, erklärte er. Man sei mit Leipzig „in einvernehmlichem und transparentem Austausch.“

Das bayrische Datenunternehmen ISB bietet seinen Kunden Informationen über Fußballer bis zur U15 hinab an, enthalten sein sollen sämtliche Spieler aus Europa und Südamerika. Durch die Zugangsdaten konnte sich der Beschuldigte alle Informationen über Spieler ansehen, die für RB von Interesse waren.

„Er konnte alle Daten von Spielern einsehen, für die sich der andere Club interessiert hat. Wie Leistungsbewertungen, Vertragslaufzeiten, Ausstiegsklauseln, Videos. Das ging ins Tiefste“, sagte ISB-Chef Jürgen Kost der „Bild“.

(dpa)
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