Eintracht Frankfurt: Ein Klub will in die Champions League

Frankfurt will in die Champions League : Selbstbewusst, selbstbewusster, Eintracht

Sieben Spieltage vor dem Saisonende belegt Eintracht Frankfurt einen Champions-League-Platz - und will den nicht mehr hergeben. Das Selbstbewusstsein am Main ist groß.

Als Adi Hütter offiziell die Erlaubnis für "weitere Träumereien" erteilte, hatten die Königsklassen-Kandidaten von Eintracht Frankfurt schon längst ihre magischen Europapokal-Nächte vor Augen. "Wir würden da sehr gut reinpassen und wären mit unserer Truppe, den Fans und der Euphorie bestimmt eine Bereicherung für die Champions League", sagte Mittelfeldspieler Sebastian Rode. Die Vorstellung jedenfalls wird immer konkreter.

Denn sieben Spieltage vor dem Saisonende der Fußball-Bundesliga liegen die Hessen, die in dieser Spielzeit in der Europa League für Furore sorgen, aussichtsreicher denn je im Rennen. Durch das souveräne 3:0 (1:0) am Sonntag gegen den VfB Stuttgart eroberte der DFB-Pokalsieger den vierten Platz, "und den", sagte Rode mit voller Überzeugung, "den wollen wir nicht mehr hergeben. Wir haben Blut geleckt."

Der 28-Jährige beschrieb mit seinen selbstbewussten Worten ziemlich treffend die Euphorie, die am Main nun schon seit geraumer Zeit vorherrscht. Mit einer ausgeklügelten Transferpolitik und bedingungsloser Hingabe hat sich der ehemalige Abstiegskandidat binnen drei Jahren derart positiv entwickelt, dass der Einzug in die Champions League keine Überraschung, sondern äußert verdient wäre.

"Es ist aber wichtig, dass wir nun aktiv bleiben", forderte Trainer Hütter, dessen offensive Spielidee die Basis für die begeisternde Saison bildet. Dass damit auch international Erfolge einhergehen, kann die SGE in den "geilen Spielen" (Rode) im Viertelfinale der Europa League gegen den portugiesischen Rekordmeister Benfica Lissabon wieder zeigen.

Solche und vergangene Duelle mit Top-Klubs des Kontinents waren "gefühlt schon wie die Champions League", sagte Sportvorstand Fredi Bobic, der die aktuelle Tabellensituation nicht nur wegen der deutlich besseren Position bei möglichen Vertragsverhandlungen als "sehr verlockend" bezeichnete. "Das gibt uns Kraft für die nächsten Spiele", sagte Bobic bei Sky.

49 Zähler haben die Frankfurter aktuell auf dem Konto, 55 hatten in der Vorsaison für die Königsklasse gereicht. Dass dies in diesem Jahr nicht der Fall sein wird, steht außer Frage - allerdings spricht noch weniger dafür, dass den Hessen in der Schlussphase erneut die Kraft ausgehen wird. "Denn wir haben aus den Erfahrungen gelernt", versicherte Kapitän Gelson Fernandes.

Aber nicht nur deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass in den verbleibenden sieben Partien noch mehr als die vier Pünktchen wie im Vorjahr eingefahren werden. Der Spielplan meint es gut und Frankfurt ist - Stand jetzt - wohl nur am letzten Spieltag bei Bayern München der Außenseiter.

"Wir müssen weiter Gas geben und Powerfußball zeigen", forderte Fernandes, der felsenfest davon überzeugt ist, "dass wir bis zum Ende kämpfen werden. Um was - das weiß ich noch nicht genau." Vieles deutet auf den Kampf um die Königsklasse hin.

(sef/sid)
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