Eden Hazard führt Chelsea zum Titel und geht zu Real Madrid

Rekord-Wechsel nach Madrid steht bevor : Die Fußball-Welt staunt über Eden Hazard

Eden Hazard war der überragende Spieler im Europa-League-Finale. Doch sein Abschied vom FC Chelsea steht unmittelbar bevor. Für 113 Millionen Euro geht er wohl zu Real Madrid. Sein aktueller Trainer adelt den Belgier.

Martin Keown (52) hat mit dem FC Arsenal die englische Meisterschaft, den FA-Cup und die Champions League gewonnen. Sein Wort zählt im Klub. Und so schnörkellos, wie er als Verteidiger Fußball spielte, fasste er die wesentlichen Erkenntnisse aus dem Finale der Europa League gegen den FC Chelsea zusammen. „Sie haben Hazard, wir haben Özil“, sagte Keown. Die etwas längere Version: Eden Hazard (28) war mit einer direkten, einer indirekten Vorarbeit und zwei eigenen Treffern der überragende Spieler beim 4:1-Erfolg von Chelsea. Özil (30) mühte sich eine knappe Halbzeit, seine taktische Aufgabe im System von Trainer Unai Emery zu erfüllen, dann ging er geradezu regungslos mit seinem Team unter – wie so oft schon in dieser Saison, in der Arsenal in der Meisterschaft nach guter Hinrunde die Teilnahme an der Champions League verschlampte.

Das lag auch an wenig inspirierten Leistungen des ehemaligen Nationalspielers Özil. Er tut sich schwer in Emerys Fußballwelt, die auch von den Künstlern hartnäckige (Abwehr-)Arbeit verlangt. Seine Stärken im Ballbesitz- und Kombinationsfußball konnte der Deutsche selten ausspielen. Und der Ertrag seines Schaffens stand in erheblichem Missverhältnis zum Einkommen. Rund 20 Millionen Euro verdient Özil nach zuverlässigen Schätzungen im Jahr.

Bei Eden Hazard sieht die Welt ganz anders aus. Er führte als wichtigste kreative Figur auf dem Taktik-Schachbrett seines Fußballlehrers Maurizio Sarri Chelsea nicht nur mit einem guten Stehvermögen im Schlussspurt der Meisterschaft in die Champions League. Er war auch bei der Londoner Stadtmeisterschaft in Aserbaidschan nicht aufzuhalten. Weder als der Mann, der Kombinationen mit seinen Dribblings einleitet, noch als entscheidender Passgeber oder Torschütze. Hazard bot eine rundherum makellose Leistung.

So kennen die Fans den kleinen Belgier, der so unnachahmlich vom linken Flügel seine Tempo-Läufe starten kann, bei denen es immer so aussieht, als sei der Ball mit seinen Füßen verwachsen. Sein Spiel betreibt er auf höchstem Niveau. Allerdings nur im Ernstfall, wie Sarri vor dem Finale verriet. Ein Trainings-Weltmeister ist Hazard offenbar nicht. „Es ist ein Problem“, sagte Sarri, „weil er so ein großes Talent ist. Während des Trainings langweilt er sich manchmal.“

Im Spiel kann davon keine Rede sein. „Er kann der beste Spieler der Welt werden“, erklärte Sarri. Das scheinen auch die Manager von Real Madrid zu glauben. Sie werden ihn dem Vernehmen nach für eine Ablösesumme von mindestens 113 Millionen Euro (plus Bonus-Zahlungen) für vier Jahre verpflichten. Bei Real soll er mit einem Jahr Verspätung die Lücke füllen, die Cristiano Ronaldo durch seinen Wechsel zu Juventus Turin riss. Hazard bestätigte seinen bevorstehenden Abschied nach dem Finale. „Es wird Zeit für eine neue Herausforderung“, sagte er. Wer ihn ersetzen soll, ist noch nicht heraus. Viele glauben, das geht gar nicht.

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