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Erste Zwischenbilanz von VfB-Trainer Magath: "Dürfen uns keinen einzigen Fehler leisten"

Erste Zwischenbilanz von VfB-Trainer Magath : "Dürfen uns keinen einzigen Fehler leisten"

Stuttgart (dpa). Drei Tage nach seinem Amtsanstritt als Trainer des VfB Stuttgart hat sich Felix Magath (Foto) kritisch über die Atmosphäre im Umfeld des Tabellen-Vorletzten der Fußball-Bundesliga geäußert. "Es wird ganz schwer, wenn im Verein zwar die Bereitschaft da ist, aber von außen keine Unterstützung kommt", sagte der 47-Jährige am Dienstag. Unter den Fans habe sich eine "gewisse Hoffnungslosigkeit" ausgebreitet, die man so schnell wie möglich vertreiben müsse. "Die Mannschaft und ich dürfen uns angesichts von vier Punkten Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz keinen einzigen Fehler mehr leisten", beschrieb Magath die schwierige Lage der Schwaben.

Auf dem Weg zur erhofften Rettung sucht Magath öffentlich den engen Schulterschluss mit Spielmacher Krassimir Balakow. "Ich habe ihn vor ein paar Jahren als besten Spieler der Bundesliga bezeichnet und er hat seitdem seine Fähigkeiten nicht verloren", lobte er den Bulgaren, der mit Vorgänger Ralf Rangnick im Dauerclinch lag. Besonders beeindruckt hat Magath die von Balakow im ersten Konditionstraining gezeigte Laufbereitschaft.

Am Montag ließ der neue VfB-Coach seine Spieler knapp 24 Stunden nach dem 0:0 im "Keller-Duell" beim "Schlusslicht" VfL Bochum mehrere Kilometer um das Stuttgarter Trainingsgelände laufen. "Balakow konnte sich dabei sogar noch unterhalten", war Magath - selbst begeisterter Dauerläufer - beeindruckt. Erfahrene Kräfte wie Balakow und Kapitän Zvonimir Soldo sollen nach seinem Willen die Hauptstützen des VfB beim Kampf um den Klassenverbleib bilden. "Junge Spieler einzubauen macht keinen Sinn. Wir brauchen jetzt keine spezielle Taktik oder Experimente, wir brauchen Stabilität", sagte der 306-malige frühere Bundesliga-Spieler.

Magath über "Quälix"

Die Dauerdiskussion um sein Image als "harter Hund", "Quälix" und "Feuerwehrmann" kommentiert Magath mittlerweile mit einem Schmunzeln. "Das kann doch keinen wirklich mehr interessieren. Mich interessiert es jedenfalls nicht", sagte der passionierte Schachspieler. Mannschaften aus dem "Tabellenkeller" zu führen, erfordere ein "hohes Maß an Konzentration". Deshalb habe er nun keine Zeit "über andere Dinge nachzudenken als den VfB und das nächste Spiel".

Wie bei seinen ebenfalls in schwieriger Lage angetretenen früheren Trainer-Stationen beim Hamburger SV, 1. FC Nürnberg, Werder Bremen und Eintracht Frankfurt werde er zunächst nicht perspektivisch arbeiten. Fragen nach einem Co-Trainer lehnte Magath derzeit deshalb ab: "Ich mache das erstmal alleine."

(RPO Archiv)