DFB: Schiedsrichter starten Petition gegen Gewalt gegen Unparteiische

„Schluss mit der Untätigkeit des DFB“ : Referees richten Petition an DFB

Schiedsrichter aus Krefeld fordern mehr Unterstützung vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) im Kampf gegen Gewalt. Dafür haben sie eine Petition gestartet, in der sie deutliche Worte finden.

Krefelder Schiedsrichter haben eine Petition zur Bekämpfung der Gewaltangriffe auf Unparteiische gestartet. Die Petition richtet sich an das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und erwartet ein härteres Vorgehen im Umgang mit Angreifern. Unter dem Titel „Schluss mit der Untätigkeit des DFB“ fordert die Petition Maßnahmen, um die Schiedsrichter in den Amateurligen besser zu schützen. Dazu gehören lebenslange Sperren für Gewalttäter und eine Rechtsschutzversicherung für Schiedsrichter, um sicherzugehen, dass diese eine eventuelle zivilrechtliche Verfolgung nicht aus eigener Tasche stemmen müssen. Zudem fordern die Initiatoren, dass der DFB die Vorfälle konsequenter zur Anzeige bringt.

„Die Gewaltattacken gegen Schiedsrichter haben in den vergangenen Jahren an Häufigkeit und Brutalität deutlich zugenommen. Ein Ende der Spirale scheint dabei nicht in Sicht zu sein“, heißt es in der Petition weiter. Initiiert wurde das Gesuch von der Krefelder Arbeitsgruppe „Keine Gewalt gegen Schiedsrichter“, die unter anderem der frühere Drittliga-Schiedsrichterassistent Thomas Kirches mitbegründet hat.

In der Petition kritisieren die Initiatoren auch DFB-Vize-Präsident Ronny Zimmermann, der im Verband für das Schiedsrichterwesen verantwortlich ist. Er hatte in einem Interview mit fussball.de gesagt, dass der DFB „nur für die obersten drei Spielklassen und die dort Spiele leitenden Schiedsrichter verantwortlich“ sei. „Das sorgt für viel Kopfschütteln. Leute vom DFB haben die Petition schon unterschrieben“, sagte Kirches im Gespräch mit unserer Redaktion.

Tatsächlich zeigte eine Zählung des DFB von mehr als 1,3 Millionen per Schiedsrichterbericht ausgewerteten Spiele der vergangenen Saison, dass die Gewalt gegenüber den Unparteiischen zugenommen hat. Der Verband machte 2906 Angriffe auf Referees aus — eine leichte Steigerung gegenüber der Vorsaison (2866), obwohl rund 50.000 Spiele weniger absolviert wurden. In den vergangenen Monaten hatten mehrere schwere Fälle Schlagzeilen gemacht. Ende Oktober musste ein Unparteiischer mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden, nachdem ihn ein Spieler nach einem Platzverweis ins Gesicht geschlagen hatte. Berliner Schiedsrichter zogen Konsequenzen und streikten ein Wochenende, weil sie Unterstützung vom Berliner Fußball-Verband (BFV) vermissen.

Freitag Morgen hatte die Petition fast 800 Unterzeichner, der Großteil aus Nordrhein-Westfalen. Die Organisatoren peilen als Ziel in acht Wochen 10.000 Unterstützer an.

(eh)
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