1. Sport
  2. Fußball

DFB-Präsident: Vorgehen gegen Rassismus für Fritz Keller „das wichtigste Thema derzeit“

DFB-Präsident setzt Prioritäten : Vorgehen gegen Rassismus für Keller „das wichtigste Thema derzeit“

Für DFB-Präsident Fritz Keller hat die Bekämpfung von Rassismus im Fußball oberste Priorität. Das sagte der 62-Jährige nach einer Expertenrunde in der Verbandszentrale.

„Dass wir als Fußball alles daransetzen, gegen Rassismus, Ausgrenzung und Diffamierung aufzustehen, ist vielleicht das wichtigste Thema derzeit“, sagte er am Donnerstag bei einer Experten-Anhörung zum Rassismus in der Frankfurter Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes. „Deshalb bin ich dankbar, dass wir heute so viele mit am Tisch sitzen haben, die bei diesen Themen Haltung zeigen“, hieß es in einer Mitteilung vom Freitag.

Zur Expertenrunde waren unter anderen die ehemaligen Nationalspieler Gerald Asamoah, Cacau und Jimmy Hartwig sowie Vertreter von Organisationen, die sich gegen antisemitische, muslimenfeindliche oder rassistische Anfeindungen wehren müssen, eingeladen.

Zuletzt war es mit den Anfeindungen gegen Jordan Torunarigha (Hertha BSC) und Leroy Kwadwo (Würzburger Kickers) zu zwei offen rassistischen Vorfällen im Profibereich gekommen. Bei dem Treffen sei es laut DFB in erster Linie um einen Erfahrungsaustausch gegangen. Von entscheidender Bedeutung sei gewesen, „dass Spieler, die Rassismus und Diskriminierung erleiden, den Schutz und die Fürsorge des Fußballs erfahren“, hieß es in der Mitteilung. „Wir sollten und müssen den Sport nutzen, um Stereotypen abzubauen“, sagte Alon Meyer, der Präsident des jüdischen Turn- und Sportverbands Makkabi Deutschland. „Die Sensibilisierung der Kinder und jungen Spieler, auch im Spitzenfußball, ist ein wichtiges Thema“, meinte Cacau, der Integrationsberater des DFB.

Ebenfalls am Donnerstag hatte es eine Sondersitzung der AG Fankulturen mit der Deutschen Fußball Liga und dem DFB gegeben, bei der es anscheinend eine Annäherung zwischen den Fan-
Organisationen und den Dachverbände gab. „Der kommende Spieltag wird zeigen, ob wieder zu einer Art Fußballalltag zurückgekehrt werden wird“, teilte das Bündnis „Unsere Kurve“ nach dem Treffen mit.

Der DFB und die DFL hätten sich dabei „durchaus selbstkritisch“ geäußert, dieser „Selbstkritik müssen nun Taten folgen“, schrieb die Organisation. Im Mittelpunkt der Diskussion standen der sogenannte Drei-Stufen-Plan und die Kollektivstrafe.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Fritz Keller

(dpa)