DFB-Präsident: Reinhard Grindel soll Luxus-Uhr angenommen haben

Kritik an DFB-Präsident nimmt zu : Grindel soll Luxus-Uhr angenommen haben

Am Montagabend wurde in Dortmund die Hall of Fame des deutschen Fußballs feierlich eröffnet. Doch der DFB-Präsident Grindel meidet den Roten Teppich. Er sieht sich mit einem neuen Vorwurf konfrontiert.

Die Kritik an Reinhard Grindel wird lauter. Nach Vorwürfen, dass der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Zusatzeinkünfte über 78.000 Euro als Aufsichtsratschef der DFB-Medien Verwaltungs-Gesellschaft in den Jahren 2016 und 2017 nicht publik gemacht haben soll, gab es auch bei der Eröffnungsgala der Hall of Fame des deutschen Fußballs am Montagabend in Dortmund deutliche Worte.

Am Montagabend tauchte zudem ein neues Gerücht auf, das Grindel schwer belasten könnte. Einem Bericht der „Bild“ zu Folge soll der DFB-Chef vor etwa eineinhalb Jahren eine Luxusuhr zum Geburtstag geschenkt bekommen haben. Die Uhr soll einen Wert im niedrigen fünfstelligen Bereich haben. Angeblich habe Grindel sie vom ukrainischen Oligarchen Grigori Surkis erhalten. Der Besitzer von Dynamo Kiew war zwölf Jahre lang Präsident des ukrainischen Fußball-Verbandes, organisierte die EM 2012 und gehörte bis Februar 2019 wie Grindel der Uefa-Exekutive an. Laut „Bild“-Informationen hat Grindel den DFB nie über das teure Geschäftsgeschenk informiert.

„Wenn man in solch einer Position ist und solche Dinge ans Licht kommen, sollte man zumindest Argumente haben, um sie so schnell wie möglich beiseite zu räumen“, kritisierte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, „beim DFB wird aber schon einmal gerne zu lange rumgeeiert.“ Auch Andreas Rettig, Geschäftsführer beim Zweitligisten FC St. Pauli, ging verbal auf Distanz: „Einen Platz in der Hall of Fame würde Grindel heute sicher nicht bekommen. Das Erscheinungsbild des DFB ist schon seit längerer Zeit verbesserungswürdig.“

Diplomatischer äußerten sich Ligapräsident Reinhard Rauball und der ehemalige Bayern-Profi Philipp Lahm zum Thema. „Ich bin einer von wenigen, die die Dinge, die sie zu sagen haben, intern sagen. Das werde ich auch weiterhin so halten“, sagte Rauball. Lahm reagierte auf Spekulationen, wonach er im Falle eines Rücktritts von Grindel dessen Nachfolge antreten könnte, mit einem Lächeln: „Heute ist der 1. April. So will ich das mal stehen lassen.“ Der langjährige Nationalmannschaftskapitän und 2014er-Weltmeister hat nach eigenen Angaben „überhaupt keine Ambitionen, DFB-Präsident zu werden“.

Grindel selbst äußerte sich auch in Dortmund nicht zu den Vorwürfen. Pläne für eine außerordentliche Präsidiumssitzung noch in dieser Woche bestätigte der DFB bislang nicht.

Clemens Tönnies, Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke, gab eine pragmatische Empfehlung an den DFB: „Streit ist nie gut. Ich weiß nicht, was die da untereinander haben. Die sollen sich einig sein und etwas für den deutschen Fußball tun.“

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(dpa/old)
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