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FC Schalke 04: Vor dem Spiel im DFB-Pokal gegen FC Bayern München hängt Haussegen schief

Vor Pokal-Viertelfinale gegen Bayern : Mal wieder alles königsgrau auf Schalke

Vor dem Pokalspiel gegen die Bayern ist man in Gelsenkirchen vor allem mit sich selbst beschäftigt. Besonders in Defensive hat Schalke mit Problemen zu kämpfen.

Es war doch alles so schön. Der Saisonverlauf erweckte den Eindruck, da könne etwas Großes entstehen. Auf Schalke. Man rieb sich verwundert die Augen. Sollte es David Wagner tatsächlich gelungen sein, in seiner ersten Saison Heldentaten zu vollbringen? Doch Schalke wäre nicht Schalke, wenn nicht irgendwann graue Wolken aufzögen. Und mittlerweile ist es richtig ungemütlich im Revier geworden. Eine stattliche Liste an Verletzten hat maßgeblich dazu beigetragen. Die Knappen sind gehörig aus dem Tritt gekommen, und Wagner blickt in diesen Tagen ziemlich ratlos drein.

So wie am vergangenen Samstag, als er versuchte, die 0:3-Niederlage gegen den 1. FC Köln zu erklären. Er zuckte immer wieder mit den Schultern. Es ist schon offensichtlich, wie instabil das Spiel des FC Schalke in den jüngsten Partien geworden ist. Dazu hat man ein großes Problem im Tor. Alexander Nübel ist derzeit komplett von der Rolle und müsste geschützt werden. Die Nerven des 23-Jährigen flattern offenbar derart, dass er sich fast in jedem Spiel einen groben Schnitzer erlaubt. Eine ungünstige Ausgangsposition vor dem Pokalspiel am Dienstag (20.45 Uhr) ausgerechnet gegen den FC Bayern München. Ausgerechnet auch deshalb, weil Nübel zur neuen Saison zum deutschen Rekordmeister wechselt. Die Bayern sehen in ihm einen möglichen Nachfolger für Manuel Neuer, der einst auch beim Revierklub seine Karriere begonnen hat. Neuer konnte bei seinem Abschied allerdings auf deutlich mehr Bundesligaspiele und diverse sportliche Heldentaten verweisen. Bei Nübel ist vor allem viel Wunsch dabei. Wie stark ist er wirklich? Wie konstant? Wie entwickelt er sich, wenn er nicht dauerhaft die Nummer eins ist?

Auf Schalke jedenfalls verlieren sie so langsam die Geduld. Nach seinem Patzer gegen Köln wurde Nübel von den Fans ausgepfiffen und beschimpft. Laute „Nübel raus“-Rufe waren zu hören. Ihm kullerten Tränen übers Gesicht, seine Mitspieler versuchten ihn zu stützen. Der Name Nübel tauchte allerdings nicht in einer Erklärung auf, die der Verein kurz danach veröffentlichte. Der FC Schalke 04 will in Zukunft konsequent auf diffamierende Plakate und Sprechchöre von Fans reagieren. „Sollten am kommenden Dienstag (3. März) im Pokalspiel gegen den FC Bayern München, beim Spiel gegen die TSG Hoffenheim (7. März) oder auch bei zukünftigen Spielen derartige Vorkommnisse in der Veltins-Arena sichtbar werden, wird unsere Mannschaft den Platz verlassen – ungeachtet der Spieldauer, des Resultats oder etwaiger Konsequenzen“, kündigte der Fußball-Bundesligist an. Gilt das auch für eigene Spieler, die beleidigt werden?

Der Pokal, so die Hoffnung, soll alles ändern. Und tatsächlich könnte sich die allgemeine Stimmungslage bei einem Erfolg gegen die Bayern gehörig verbessern. Und vor allem die Perspektive. Denn plötzlich wäre ein Titel wieder zum Greifen nah. Wird Wagner weiter auf Nübel setzen? „Spätestens am Spieltag wird es entschieden“, sagt Wagner. U21-Nationaltorhüter Markus Schubert könnte ihn ersetzen, der hatte als Vertretung auch nicht gerade vor Kraft gestrotzt und wirkte mitunter etwas farblos. Und auch in der Hintermannschaft wird Wagner gehörig umbauen müssen. Ozan Kabak fällt vorerst aus. Der 19-Jährige erlitt eine schwere Beckenprellung bei einem Sturz im Spiel gegen Köln. Kapitän Omar Mascarell (Sehnenabriss im Adduktorenbereich) wird in dieser Saison sehr wahrscheinlich nicht mehr spielen, Nationalspieler Suat Serdar fehlte wegen eines angebrochenen Zehs.

Schalke hat in den vergangenen sechs Spielen ohne Sieg gerade einmal ein Tor gegen den Abstiegskandidaten SC Paderborn zustande gebracht. Die Bayern dagegen haben sich ziemlich unbeeindruckt vom Ausfall von Top-Torjäger gezeigt und sechs Treffer erzielt – in einem Spiel bei der TSG Hoffenheim. Natürlich ist das angesichts der Breite des Kaders zumindest gegen die Kraichgauer nun kein absolutes Hexenwerk. Schalke ist allerdings bei weitem nicht so stabil, um für sich in Anspruch zu nehmen, dem Druck der Bayern wirklich lange standhalten zu können.