DFB-Pokal Stuttgart gewinnt vor 7500 Fans - Böse Überraschung für St. Pauli

Rostock · Der VfB Stuttgart hat im Pokal bei Hansa Rostock vor 7500 Zuschauern die Nerven bewahrt und die zweite Runde erreicht. Für eine Überraschung sorgte der Regionalligist SV Elversberg, der den FC St. Pauli aus dem Wettbewerb schoss.

 Nils Butzen (r) vom FC Hansa Rostock im Kampf um den Ball mit Daniel Didavi vom VfB Stuttgart.

Nils Butzen (r) vom FC Hansa Rostock im Kampf um den Ball mit Daniel Didavi vom VfB Stuttgart.

Foto: dpa/Danny Gohlke

Tausende euphorische Fans in Rostock und Chemnitz gaben alles, die Favoriten wackelten bedenklich - doch der Pokal-Trend in Corona-Zeiten hat sich auch am Sonntag fortgesetzt. Die Profi-Clubs aus der Bundesliga waren zumindest in den Nachmittagsspielen nicht zu schlagen. Die TSG Hoffenheim gewann beim Pflichtspiel-Debüt des neuen Trainers Sebastian Hoeneß vor 3095 Zuschauern beim Regionalligisten Chemnitzer FC mit großer Mühe mit 3:2 (2:2, 1:1, 0:0) im Elfmeterschießen. Aufsteiger VfB Stuttgart siegte vor sogar 7500 Fans knapp mit 1:0 (1:0) beim Drittligisten Hansa Rostock.

Bayer Leverkusen hatte dagegen gegen Regionalligist Eintracht Norderstedt beim 7:0 (6:0) überhaupt keine Mühe. Die Partie war wie etliche andere Spiele von Amateurvereinen wegen der Corona-Vorgaben ins Stadion des Erstligisten verlegt worden. Das machte es für die kleinen Clubs noch schwerer. Am Samstag hatten sich alle Bundesligisten durchgesetzt, am Freitag war Hertha BSC beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig ausgeschieden - eher eine Überraschung als Sensation.

DFB-Pokal: Erstmals wieder Fans im Fußball-Stadion
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Erstmals wieder Fans im Fußball-Stadion

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Erstaunlich war auch der 2:0-Sieg von Regionalligist SSV Ulm gegen Zweitligist Erzgebirge Aue am Samstag. Am Sonntag düpierte Viertligist SV Elversberg zudem den Zweitligisten FC St. Pauli mit 4:2 (2:1). In Kiel setzte sich Paulis Ligarivale Holstein Kiel gegen Oberligist 1.FC Rielasingen-Arlen mit 7:1 (5:1) durch. Regionalligist SC Wiedenbrück verlor gegen Zweitligist SC Paderborn in Gütersloh mit 0:5 (0:3). Der TSV Steinbach, ebenfalls in der 4. Liga aktiv, unterlag gegen Zweitligist SV Sandhausen mit 1:2 (1:2).

Die Fans vor allem in Rostock und Chemnitz - in den anderen Stadien waren höchstens wenige Hundert erlaubt - sorgten nach monatelanger Corona-Pause für Gänsehaut-Atmosphäre. Rostocks Sportvorstand Martin Pieckenhagen bezeichnete das Spiel vor dem Anpfiff als „Riesenchance“ für den Fußball. „Das ist eine sehr, sehr große Herausforderung mit dem, auf was wir alles achten müssen. Wir hoffen, dass wir das Ostseestadion irgendwann wieder voll haben. Das ist der erste Schritt“, sagte der frühere Profi.

Am Samstag blieben den Amateuren meist nur kurzweilige Glücksgefühle. Regionalligist FSV Union Fürstenwalde führte in der Anfangsphase beim VfL Wolfsburg - und verlor doch deutlich mit 1:4. „Wir hätten uns gewünscht, dass wir wirklich zuhause gespielt hätten. Das sind die Spiele, in denen die Zuschauer, die Emotionen mit reinbringen“, sagte Trainer Matthias Maucksch. Viertligist VSG Altglienicke war nicht so schlecht, wie das 0:6-Ergebnis beim 1. FC Köln vermuten ließ. „Wir hatten nicht gedacht, dass wir sechs Dinger bekommen, ehrlich gesagt“, sagte Offensivspieler Linus Meyer.

Oberligist SV Todesfelde spielte am Samstag im eigenen Stadion, die Kosten dafür betrugen 40 000 Euro. Aber auch mit Heimvorteil verlor der TSV mit 0:1 gegen Zweitligist VfL Osnabrück. Aber: „Am Ende überwiegt der Stolz. Wir wollten gerade unseren vielen ehrenamtlichen Helfern mit einem tollen Spiel danke sagen. Ich glaube, das ist uns gelungen“, sagte Kapitän Luca Sixtus.

(dpa/old)
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