DFB-Pokal 20/21 Schalke verliert unglücklich - Leipzig siegt souverän gegen Bochum

Düsseldorf · Trotz ordentlicher Leistung und dicker Chancen verlor der FC Schalke im Achtelfinale des DFB-Pokals beim VfL Wolfsburg. RB Leipzig löste seine Pflichtaufgabe gegen Bochum souverän.

Schalkes Timo Becker (r.) gegen Wolfsburgs Wout Weghorst.

Schalkes Timo Becker (r.) gegen Wolfsburgs Wout Weghorst.

Foto: dpa/Swen Pförtner

Parallel zum drohenden Abstieg in der Fußball-Bundesliga ist der FC Schalke 04 nun auch im DFB-Pokal frühzeitig gescheitert. Trotz einer seiner besten Leistungen in den vergangenen Wochen verlor der Tabellenletzte am Mittwochabend im Achtelfinale mit 0:1 (0:1) beim VfL Wolfsburg.

Während die krisengeplagten Gäste im Angriff selbst Chancen aus vier Metern Torentfernung nicht nutzten, hatten sie hinten im entscheidenden Moment Pech. Der Elfmeter, der in der 40. Minute zum Siegtor durch Wout Weghorst führte, wurde erst nach dem Eingriff des Videoassistenten verhängt. Schiedsrichter Felix Zwayer hatte das Foul des Ex-Wolfsburgers William an Xaver Schlager zunächst übersehen. Den Strafstoß von Weghorst hielt Torwart Ralf Fährmann zunächst - der Torjäger aus den Niederlagen traf erst per Nachschuss.

Dabei hatte die Schalker Pechsträhne an diesem Tag schon lange vor dem Anpfiff begonnen. Dass der erst am Montag vom FC Arsenal verpflichtete Shkodran Mustafi in der Volkswagen-Arena fehlen würde, war angesichts der Quarantäne-Auflagen nach seinem Wechsel aus London klar. Doch dann fielen auch noch der zweite prominente Wintertransfer Klaas-Jan Huntelaar wegen Wadenproblemen sowie die beiden einst für Millionenbeträge verpflichteten Suat Serdar und Benito Raman mit Erkältungen aus. 20 Spieler hätte Trainer Christian Gross für dieses Pokalspiel nominieren dürfen, 17 bekam er nur noch zusammen.

Gemessen an dieser Personallage und vor allem an den seit Monaten frustrierenden Auftritten in der Bundesliga boten die Schalker sogar eine gute Leistung. Vor allem die linke Seite mit Sead Kolasinac und Amine Harit bereitete den zuletzt so starken Wolfsburgern Probleme.

In der 14. Minute blockte VfL-Verteidiger Paulo Otavio nach schöner Vorarbeit von Harit gerade noch rechtzeitig einen Schuss von William ab. Der Brasilianer wurde erst vor anderthalb Wochen von den Wolfsburgern an Schalke ausgeliehen. Kurz nach dem 1:0 brachte Torwart Koen Casteels dann das Kunststück fertig, einen Schuss von Matthew Hoppe aus nur vier Metern Entfernung zu halten (45.).

Führungstor und vergebener Ausgleich in so kurzer Zeit gaben dem VfL Auftrieb. S04 hielt weiter dagegen, wurde in der zweiten Halbzeit aber häufiger in der Defensive gebunden und auch deshalb vorne lange nicht gefährlich. Erst in der 74. Minute scheiterte erneut ein Schalker aus kurzer Distanz an Casteels - diesmal war es Mark Uth. Hoppe schoss in der 85. Minute aus bester Position dann über das Tor.

Wolfsburg brachte den Sieg nach Hause, und Schalke kann sich nun ganz auf den schweren Abstiegskampf in der Liga konzentrieren. Dort soll auch Huntelaar wieder mithelfen. „Wir versuchen alles, dass er Samstag gegen Leipzig fit ist“, sagte Trainer Gross bei Sport1.

RB Leipzig zum zweiten Mal im Viertelfinale

RB Leipzig hat zum zweiten Mal das Viertelfinale des DFB-Pokals erreicht und ist nur noch drei Siege vom ersten bedeutenden Titel der Vereinsgeschichte entfernt. Der sächsische Fußball-Bundesligist setzte sich am Mittwochabend gegen den eine Klasse tiefer spielenden VfL Bochum mit 4:0 (2:0) durch. Erstmals war RB 2018/19 in die Runde der letzten Acht eingezogen und erst im Finale an Bayern München gescheitert.

Amadou Haidara (11. Minute) stellte die Weichen früh auf Sieg. Der malische Nationalspieler war nach feinem Pass von Kapitän Marcel Sabitzer per Kopf zur Stelle. Der österreichische Nationalspieler (45.+1) erhöhte wiederum kurz vor der Pause per Foulelfmeter. Yussuf Poulsen (66./75.) sorgte mit einem Doppelpack für die Entscheidung.

RB-Trainer Julian Nagelsmann schonte Stammkräfte wie Dayot Upamecano und Dani Olmo und brachte im Vergleich zum Leverkusen-Sieg fünf Neue. Sein Bochumer Amtskollege Thomas Reis, der seinen Vertrag beim VfL einen Tag vor dem Spiel bis 2023 verlängert hatte, änderte sein Team sogar auf sechs Positionen. In der Innenverteidigung absolvierte der Schweizer Saulo Decarli nach langer Verletzung sein erstes Pflichtspiel seit gut elf Monaten.

Trotz der frühen Favoriten-Führung entwickelte sich ein kurzweiliges Spiel, beide Mannschaften agierten erfrischend offensiv - die Chancen hatten jedoch die Leipziger. Einen Schuss von Lazar Samardzic (14.) hielt der für den rotgesperrten Manuel Riemann ins VfL-Tor gerückte Patrick Drewes. Nationalspieler Marcel Halstenberg (18.) setzte unbedrängt einen Kopfball über das Tor.

Dann hatte Lamardzic nach einer zuvor durchwachsenen Vorstellung einen Geistesblitz und schickte Christopher Nkunku mit einem feinen Vertikalpass auf die Reise. Der Franzose legte den Ball an Drewes vorbei, wurde von diesem dann jedoch von den Beinen geholt. Beim Strafstoß von Sabitzer war Drewes zwar dran, doch der Ball schlug in der rechten Ecke ein.

Nagelsmann reagierte in der Pause taktisch, nahm Samardzic vom Feld und schickte Hee-chan-Hwang als zweiten Angreifer aufs Feld. Der südkoreanische Nationalspieler hatte auch gleich die große Chance zur Vorentscheidung, schob den Ball aber am Tor vorbei, nachdem er Drewes schon umkurvt hatte. Nach 61 Minuten reagierte auch Reis, brachte in Simon Zoller und Robert Zulj zwei offensive Stammkräfte.

Das Tor machte jedoch RB. Der kurz zuvor eingewechselte Dani Olmi setzte Poulsen in Szene, der aus knapp zehn Meter keine Probleme beim Abschluss hatte. Der Zweitliga-Zweite Bochum spielte weiterhin mutig nach vorn, war jedoch letztlich ohne nennenswerte Chance, noch einmal ins Spiel zurückzufinden. Stattdessen köpfte Poulsen nach einem Angeliño-Freistoß sein zweites Tor.

(stja/dpa)
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