DFB-Pokal BVB müht sich gegen Hannover ins Achtelfinale

Hannover · Borussia Dortmund bleibt seiner widersprüchlichen Linie treu: Mit einem glücklichen Sieg zieht der BVB in Hannover ins Pokal-Achtelfinale ein. Aber es bleiben die gleichen Fragen.

Dortmunds Salih Özcan (l) im Zweikampf mit Hannovers Fabian Kunze (2.v.l.).

Dortmunds Salih Özcan (l) im Zweikampf mit Hannovers Fabian Kunze (2.v.l.).

Foto: dpa/Swen Pförtner

Mit einem wieder mal rätselhaften Auftritt ist Borussia Dortmund schmeichelhaft ins Achtelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Beim Zweitliga-Fünften Hannover 96 setzte sich der schwache BVB am Mittwoch durch ein Eigentor von Bright Arrey-Mbi (11. Minute) und einen Elfmetertreffer von Jude Bellingham (71.) 2:0 (1:0) durch. Zur erneut merkwürdigen Leistung kam hinzu, dass der eingewechselte Karim Adeyemi (85.) für eine Notbremse vor 49 000 Zuschauern die Rote Karte sah.

Ist es nun ein Mentalitäts- oder Qualitätsproblem? Vielleicht sogar beides? Nach dem 0:2 bei Union Berlin wurde wieder mal über die BVB-Leistungen diskutiert. Im Pokalspiel nun beim Zweitligisten benötigte die Borussia jedenfalls einen Wachmacher, um ins Spiel zu finden. Im Anschluss an eine Ecke hatte 96-Stürmer Havard Nielsen in der 6. Minute die Riesenchance aufs 1:0, seinen Versuch wehrte Gregor Kobel in höchster Not ab.

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Foto: dpa/Christian Charisius

Im Anschluss präsentierte sich der BVB in all seinen widersprüchlichen Mustern. Erst übernahmen die Gäste die Kontrolle über das Spiel. Die Belohnung: Nach feinem Pass von Julian Brandt kam Youssoufa Moukoko an den Ball, kurz darauf fälschte Arrey-Mbi seinen Schuss aus spitzem Winkel ins eigene Tor ab. Dann beherrschte der BVB eigentlich das Geschehen. Bis sich das Terzic-Team wieder mal aus unerklärlichen Gründen zurückzog und extrem nachlässig wurde. Nur zwei Glanztaten von Kobel gegen Nielsen (31.) und Maximilian Beier (32.) verhinderten den Ausgleich.

Möglicherweise lag es auch daran, dass Terzic auf einige Führungsspieler verzichtete. Routinier Mats Hummels und Mittelfeldmotor Jude Bellingham bekamen Pausen und saßen zunächst auf der Bank. Kapitän Marco Reus zählte angeschlagen nicht zum Kader. So führte Niklas Süle den BVB erstmals als Kapitän an, die immer wieder auftretenden Nachlässigkeiten konnte aber auch der Nationalspieler nicht eindämmen. Kurz vor der Pause wurde Hannover wieder nach einer Ecke gefährlich, den Kopfball von Julian Börner (44.) fing Kobel.

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Foto: AFP/JOHN MACDOUGALL

Dass hier ein Zweitligist gegen einen Champions-League-Club antrat, sah man kaum. Im Gegenteil: Nach der Halbzeit drückte Hannover sogar auf den Ausgleich. In der 53. Minute war erneut ein 96-Stürmer frei vor dem BVB-Tor, diesmal konnte Hendrik Weydandt jedoch aus wenigen Metern den Ball nicht verarbeiten. Auch dass Hannover-Coach Stefan Leitl freiwillig auf Kapitän und Stammtorwart Ron-Robert Zieler verzichtete, fiel nicht wirklich ins Gewicht. Ersatzmann Leo Weinkauf sah beim 0:1 zwar etwas unglücklich aus. Ansonsten war er zur Stelle, wenn er gefordert wurde.

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Terzic hatte schnell genug davon, dass von seinem Team nach der Pause so gut wie nichts kam. Am liebsten hätte er vor allem den erschöpften Bellingham komplett geschont. Angesichts des schwachen Auftritts brachte er ihn und Hummels in der 62. Minute aber doch. Und der junge Engländer ergriff gleich die Initiative. Börner foulte ihn im eigenen Strafraum, den fälligen Strafstoß verwandelte Bellingham selbst. Nun schien wieder alles unter Kontrolle. Bis der BVB in einen Konter geriet, den Adeyemi nur per Notbremse gegen Köhn unterbinden konnte.

(lonn/dpa)
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