DFB-Pokal kompakt Choupo-Moting führt Bayern in die nächste Runde – Stuttgart und Union souverän weiter

Düsseldorf · Auch dank des kamerunischen Nationalstürmers gewinnt der Rekordmeister mit 5:2 gegen kämpferisch starke Augsburger. Deutlich macht es derweil der VfB Stuttgart, der Arminia Bielefeld mit 6:0 deklassiert. Auch Union Berlin bleibt nach dem 2:0 gegen Heidenheim im Wettbewerb.

 Münchens Eric Maxim Choupo-Moting jubelt nach seinem Tor zum 3:1.

Münchens Eric Maxim Choupo-Moting jubelt nach seinem Tor zum 3:1.

Foto: dpa/Tom Weller

FC Augsburg - Bayern München 2:5 (1:1)

Bayern München hat dank des neuen Torgaranten Eric Maxim Choupo-Moting seinen Zweitrunden-Pokalfluch gebannt und steht nach zwei überraschend frühen Pleiten wieder mal im Achtelfinale. Die überragende Sturmspitze Choupo-Moting verwandelte einen 0:1-Rückstand beim FC Augsburg mit zwei Toren und einer Vorlage fast im Alleingang in ein verdientes 5:2 (1:1). Der Rekordpokalsieger kann seine Triple-Jagd damit nach der WM-Pause fortsetzen.

Wie in den vergangenen beiden Jahren in Kiel und Mönchengladbach lag aber auch diesmal eine Bayern-Blamage in der Luft - allerdings nur eine knappe halbe Stunde lang. Mads Pedersen (9.) bestrafte die anfangs fahrigen und körperlosen Münchner, der mutige FCA träumte vom ersten Pokalcoup gegen die Bayern seit über 79 Jahren.

Auftritt: Choupo-Moting. Der eiskalte 33-Jährige traf aus spitzem Winkel zum Ausgleich (27.), legte Joshua Kimmich (52.) das zweite Münchner Tor auf und staubte schließlich zum 3:1 ab (59.). Ein Eigentor von Dayot Upamecano (65.) brachte noch einmal Spannung, ehe Jamal Musiala (74.) und Alphonso Davies (90.+1) zuschlugen.

Für Augsburg stand das Spiel unter keinem guten Stern. Der Außenseiter musste auf die beiden Helden aus dem 1:0-Erfolg im Ligaspiel im September verzichten, neben Torhüter Rafal Gikiewicz fiel kurzfristig auch der damalige Torschütze Mergim Berisha (Knöchel) aus. Trainer Enrico Maaßen baute auf ein flexibles 3-2-2-3-System, in dem Abwehrchef Jeffrey Gouweleeuw zwischen Zentrum und Sechs pendelte.

Die Bayern hatten damit Probleme - und Nagelsmann nicht richtig zugehört. „Die Körperlichkeit ist das Entscheidende“, sagte der Coach vor dem Anpfiff, doch seine Elf wurde von giftigen Augsburger übertölpelt. Vor der Führung verloren Alphonso Davies, Leon Goretzka und Joshua Kimmich ihre Zweikämpfe. Pedersen überwand per Flachschuss Bayern-Ersatzkeeper Sven Ulreich, der für Manuel Neuer (Schulter) spielte.

Erst jetzt wachten die Gäste auf und prüften Gikiewicz-Vertreter Tomas Koubek. Der Tscheche war gegen Jamal Musiala (16./24.), der den Platz von Leroy Sane (Muskelfaserriss) einnahm, und Davies (20.) zur Stelle. Doch als Choupo-Moting wie bei seinem starken Auftritt gegen Freiburg aus scheinbar unmöglicher Position abzog, spekulierte er fälschlicherweise auf einen Querpass - Ausgleich.

Kurz darauf verhinderte der Torwart gegen Sadio Mane (29.) das 1:2. Augsburg lief in dieser Phase viel hinterher und konnte sich kaum mehr aus dem Münchner Würgegriff lösen. Umso lauter bejubelten die 30.600 Fans in der ausverkauften WWK-Arena jeden gewonnenen Zweikampf.

Zur Pause musste auch noch FCA-Verteidiger Robert Gumny verletzt raus, die Bayern wie Serge Gnabry bei einem Lattenschuss (47.) betrieben weiter Chancenwucher - bis Kimmich wuchtig traf. Vor dem 1:3 schoss Maximilian Bauer im Strafraum Iago an, Choupo-Moting war erneut zur Stelle.

VfB Stuttgart - Arminia Bielefeld 6:0 (4:0)

Ein überzeugender und torhungriger VfB Stuttgart bleibt mit Interimstrainer Michael Wimmer klar auf Erfolgskurs. Die Schwaben erreichten durch ein lockeres 6:0 (4:0) gegen das überforderte Zweitliga-Schlusslicht Arminia Bielefeld das Achtelfinale des DFB-Pokals. Der VfB gewann nach der Entlassung von Pellegrino Matarazzo nach dem 4:1 gegen Bochum damit auch die zweite Partie mit dem vorherigen Assistenten Wimmer in der Verantwortung.

Pascal Stenzel brachte den dreimaligen Pokalsieger bei seinem Spaziergang vor 24.500 Zuschauern in der 20. Minute in Führung. Wataru Endo (24.), Luca Pfeiffer (29.) und Silas (40.) sorgten noch vor der Pause für klare Verhältnisse gegen den erschreckend schwachen Bundesliga-Absteiger, der weiter tief in der Krise steckt. Pfeiffer (52.) und Serhou Guirassy (67.) legten nach.

Union Berlin - 1. FC Heidenheim 2:0 (1:0)

Die Überflieger von Union Berlin dürfen weiter vom DFB-Pokaltriumph in der eigenen Stadt träumen. Gegen den Zweitligisten 1. FC Heidenheim gewann der Überraschungs-Tabellenführer der Bundesliga sein Zweitrundenspiel am Mittwoch abgeklärt und hochverdient mit 2:0 (1:0) und zog ohne Probleme ins Achtelfinale ein. Das Team von Trainer Urs Fischer ist nun seit fünf Pflichtspielen ungeschlagen.

Tymoteusz Puchacz (7.) und Sven Michel (52.) schossen Union in die Runde der besten 16, die am 31. Januar und 1. Februar sowie am 7. und 8. Februar 2023 ansteht. Das Endspiel folgt am 3. Juni im Olympiastadion - der Heimstätte des Stadtrivalen Hertha BSC. Schon in der abgelaufenen Saison waren die Berliner bis in Halbfinale vorgestoßen, dort jedoch gegen den späteren Sieger RB Leipzig ausgeschieden.

(lonn/SID)