DFB-Pokal 19/20: Saarbrücken blamiert den 1. FC Köln

DFB-Pokal : Saarbrücken blamiert den 1. FC Köln

Vom Viertligisten blamiert: Der 1. FC Köln ist nach einer desaströsen Leistung in der 2. Runde des DFB-Pokals ausgeschieden. Gegen den von der Kölner Klubikone Dirk Lottner trainierten Regionalligisten 1. FC Saarbrücken verlor der FC 2:3.

Wütend und fassungslos stauchte Trainer Achim Beierlorzer seine Spieler noch auf dem Platz zusammen, ein paar Meter entfernt feierten die Pokal-Helden des 1. FC Saarbrücken ihren Coup gegen den 1. FC Köln ausgelassen. Der Bundesligist ist in der 2. Runde des DFB-Pokals gescheitert - gegen den von der Kölner Klubikone Dirk Lottner trainierten Regionalligisten gab es ein blamables 2:3 (0:0).

"Ich bin natürlich maßlos enttäuscht", sagte Beierlorzer: "Wir haben 60 Minuten überhaupt nicht zu unserem Spiel gefunden. Wir haben Tore kassiert, die wir so nicht kriegen dürfen. Da habe ich auch keinerlei Verständnis für die Mannschaft."

FC-Manager Armin Veh eilte wortlos aus dem Stadion, es sei besser, nichts zu sagen, raunte er den wartenden Journalisten nur zu. Derweil dröhnte die Kölner Karnevalshymne "Viva Colonia" aus den Boxen - in abgewandelter Form als "Bye Bye, Colonia."

Das passte ins Bild: Vor dem wegweisenden Derby in der Liga am Sonntag bei Fortuna Düsseldorf ist Köln mächtig angezählt. Auch der Druck auf Trainer Beierlorzer wächst - beim Duell gegen den Regionalligisten war zu keiner Zeit ein Klassenunterschied spürbar.

Der Ex-Kölner Christopher Schorch (53.), Gillian Jurcher (57.) und Tobias Jänicke (90.) hatten die Treffer für den Spitzenreiter der Regionalliga Südwest erzielt. Köln glich zwischenzeitlich durch Jonas Hector (71.) und Simon Terodde (84.) aus.

Saarbrücken kassierte für den Achtelfinaleinzug 702.000 Euro vom Deutschen Fußball-Bund (DFB). Doch der Underdog träumt mittlerweile von mehr. "Bayern und Dortmund will ich aus dem Weg gehen, die will ich erst in Berlin", sagte Matchwinner Jänicke mit einem Augenzwinkern: "Wir wussten vorher, dass sie Probleme und wir einen Lauf haben. Der Verlauf war typisch für den Pokal, deshalb kommen die Zuschauer ins Stadion."

Die 6800 Fans im ausverkauften Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen, wo der FCS aufgrund der Umbauarbeiten am heimischen Ludwigsparkstadion derzeit seine Heimspiele austrägt, sahen eine starke Anfangsphase der Gastgeber.

Die Kölner, bei denen Beierlorzer die Startelf im Vergleich zur jüngsten Liga-Niederlage beim FSV Mainz 05 (1:3) auf sechs Positionen veränderte, hatten große Probleme bei der Spielgestaltung.

Dem FC fehlte das nötige Tempo, ein konstruktives Offensivspiel fand nicht statt. Torwart Timo Horn musste in der 26. Minute bei einem Schuss von Kianz Froese sogar den Rückstand verhindern. Auf der Gegenseite hatte Dominick Drexler die Führung auf dem Fuß (29.), die zu diesem Zeitpunkt aber schmeichelhaft gewesen wäre.

Nach 70 Sekunden des zweiten Durchgangs hätte Saarbrücken eigentlich in Führung liegen müssen. Sebastian Jacob brachte den Ball aus kurzer Distanz aber nicht im Tor unter. Besser machte es Schorch per Kopf nach einem Freistoß von Fanol Perdedaj. Nur vier Minuten später schraubte Jurcher am Ende eines Alleingangs das Ergebnis in die Höhe.

Erst danach wachten die Kölner auf und versuchten, die Schlagzahl zu erhöhen. Große Torchancen sprangen dabei zunächst allerdings nicht heraus. Erst Hector brach den Bann, der eingewechselte Terodde sorgte für den Ausgleich - doch Jänicke schoss den Underdog zur Sensation.

Statistik

Saarbrücken: Batz - Barylla, Schorch, Uaferro - Jänicke, Zeitz, Froese, Perdedaj (75. Müller) - Jacob (90.+1 Miotke) - Jurcher (75. Eisele), Vunguidica. - Trainer: Lottner

Köln: Timo Horn - Schmitz (71. Terodde), Bornauw, Mere, Katterbach - Skhiri, Hector - Risse (55. Schindler), Drexler, Cordoba - Modeste (46. Schaub). - Trainer: Beierlorzer

Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart)

Tore: 1:0 Schorch (53.), 2:0 Jurcher (57.), 2:1 Hector (70.), 2:2 Terodde (84.), 3:2 Jänicke (90.)

Zuschauer: 6800 (ausverkauft)

Beste Spieler: Perdedaj, Jurcher - Hector

Gelbe Karten: Perdedaj, Batz, Vunguidica - Hector (2), Drexler, Cordoba (2)

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(pabie/sid)