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DFB-Pokal 19/20: Regionalligist Saarbrücken schreibt Geschichte

„Wie geil is dat denn?“ : Regionalligist Saarbrücken schreibt DFB-Pokal-Geschichte

Der 1. FC Saarbrücken schreibt weiter an seinem Pokalmärchen. Durch den Sieg im Elfmeterschießen gegen den Karlsruher SC zogen die Saarländer als erst dritter Viertligist in der Geschichte des Wettbewerbs ins Viertelfinale ein.

Völlig losgelöst stürmte Christopher Schorch auf Pokalheld Daniel Batz zu, herzte ihn kurz und sprang auf den Zaun, um sich nach seinem entscheidenden Elfmeter von den euphorisierten Saarbrücker Fans in der Kurve feiern zu lassen. "Meine Fresse, wie geil is dat denn", brüllte der Stadionsprecher des Regionalligisten 1. FC Saarbrücken nach dem 5:3-Sieg im Elfmeterschießen gegen den Karlsruher SC.

Nach 120 torlosen Minuten hatte FCS-Torhüter Batz den dritten Elfmeter von David Pisot pariert und war zum Matchwinner des Abends avanciert. "Das wird man hier so schnell nicht vergessen", schwärmte FCS-Trainer Lukas Kwasniok bei Sky und betonte: "Das war heute ein typischer Fight, am Ende hatten wir auch Glück." Dadurch gelang Saarbrücken als erst drittem Viertligisten in der DFB-Pokal-Geschichte nach dem 1. FC Magdeburg (Saison 2000/01) und Holstein Kiel (2011/12) der Einzug ins Viertelfinale.

Der 38 Jahre alte Kwasniok, den eine langjährige Vergangenheit als Spieler und Trainer mit dem KSC verbindet, hatte bei den Saarländern erst im Dezember die Nachfolge von Dirk Lottner angetreten. Nach dem überraschenden Viertelfinaleinzug im ersten Pflichtspiel als Coach der Saarbrücker gab sich Kwasniok demütig.

"Ich darf jetzt als verantwortlicher Trainer die Lorbeeren einstreichen. Das tue ich gerne, aber ohne zu vergessen, woher das Ganze gekommen ist", sagte der gebürtige Pole, der "vier Wochen Quälerei und Plackerei" als Grundlage für den Einzug des dreimaligen Pokal-Halbfinalisten in die Runde der letzten Acht nannte.

Auf das erste Saarbrücker Pokal-Viertelfinale seit 1985, das am Sonntagabend (18.00 Uhr/ARD) ausgelost wird, schaut Kwasniok voller Vorfreude, gönnt seiner Mannschaft jedoch erst einmal ein paar Tage Regeneration. "Wir versuchen, den nächsten Gegner im Pokal natürlich auch wieder zu ärgern. Wir werden jetzt feiern, dann vier Tage frei machen und ab Montag wieder mit Vollgas in Richtung Punkterunde starten", sagte Kwasniok glücklich.

Und auch im Viertelfinale gegen Bayern München, Bayer Leverkusen und Co. ist für den FCS weiter alles möglich. Das weiß auch Kwasniok, der nach der beherzten Vorstellung seines neuen Teams mit einem Augenzwinkern vorausschaute: "Die Favoriten sind ja gestern schon ausgeschieden. Es wird leichter den Pokal zu holen."

(pabie/sid)