Der FC Bayern München ist auch im DFB-Pokal das Maß der Dinge

Rekordmeister fast außer Konkurrenz: Auch im Pokal sind die Bayern der Maßstab

Die Münchner haben Dortmund im DFB-Pokal ausgeschaltet. Im Viertelfinale ist Drittligist Paderborn der große Außenseiter.

In der ersten Pokalrunde gibt es für die Kleinen im Lande ein Traumlos: FC Bayern München. Das Gastspiel der deutschen Übermannschaft garantiert Aufmerksamkeit, gute Einnahmen, Glanz. Dass es auch Niederlagen garantiert, interessiert in der Frühphase des DFB-Pokals niemanden. Im Viertelfinale sieht das schon anders aus. Verdient wird ohnehin gut (allein die Teilnahme bringt eine DFB-Prämie von 1,273 Millionen Euro), und der große sportliche Glanz beim Finale in Berlin ist nur noch zwei Siege entfernt. Ab jetzt spielt keiner mehr gern gegen die Bayern, die auch im Pokal das Maß der Dinge sind.

Borussia Dortmund, einstweilen nur auf dem Rückweg in die Rolle des natürlichen Bayern-Rivalen, durfte das in einem lange sehr einseitigen Münchner Achtelfinale erfahren. Dass die Gastgeber beim 2:1 am Ende sogar noch zittern mussten, lag deutlich mehr an eigenen Versäumnissen in der Chancenverwertung als an der Klasse des Gegners. Der Durchhänger in der Schlussphase beunruhigte die Münchner deshalb nicht. "Die Voraussetzungen sind top", sagte Kapitän Thomas Müller, "wir sind da, wo wir hinwollen. Und jetzt greifen wir im neuen Jahr noch mal an." Die sogenannten Mitbewerber im Pokal dürfen das mit Grausen vernehmen.

Nur zwei Mannschaften könnten es an guten Tagen mit den Bayern aufnehmen

Sie wissen, dass der Weg zum Titel auf jeden Fall über den FC Bayern führt. Deshalb hoffen sie, dass ihnen der große Favorit frühestens im Endspiel in den Weg tritt. Nach den Vorstellungen im vergangenen halben Fußballjahr gibt es nur zwei Mannschaften, die es an besonders guten Tagen mit den Bayern aufnehmen könnten. Bayer Leverkusen hat einen bemerkenswerten Aufschwung genommen, und Schalke 04 beeindruckt die Konkurrenz mit Konstanz und Abgeklärtheit.

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Beide haben im Achtelfinale allerdings auch ihre Schwierigkeiten gehabt. Leverkusen gewann in Mönchengladbach mit viel Glück 1:0. Schalke schaffte gegen das Bundesliga-Schlusslicht 1. FC Köln ebenfalls nur ein dünnes 1:0. Dennoch sind beide Mannschaften Kandidaten fürs Finale - wenn die Auslosung am 7. Januar nicht ausgerechnet die Münchner im Viertelfinale beschert.

Vorjahresfinalist Eintracht Frankfurt hat sich mit längst bekannten Tugenden erneut ins Viertelfinale gespielt. Die Eintracht nimmt den Vereinsnamen wörtlich, lebt vom Zusammenhalt, von guter Ordnung und der hervorragenden Arbeit des Trainers Niko Kovac. "Wir sind irgendwo, wo wir vom Budget her gar nicht hingehören", sagte Kovac mit fröhlichem Staunen nach dem 2:1-Erfolg beim Zweitligisten Heidenheim.

Der VfL Wolfsburg gehört vom Budget auf jeden Fall in die Viertelfinal-Runde. Er hat aber in der Saison bislang derart wenig gezeigt, das zu den finanziell untermauerten eigenen Ansprüchen passt, dass ihm nur eine Außenseiterrolle zufällt. Mainz 05 und Werder Bremen zählen ebenfalls nicht zu den erklärten Titelfavoriten. Zumindest Werder darf allerdings auf eine große Pokalgeschichte verweisen. Seit knapp 30 Jahren haben die Bremer kein Pokalheimspiel mehr verloren.

Der größte Außenseiter im Wettbewerb ist der SC Paderborn. Die Mannschaft blieb im Sommer nur Drittligist, weil der Zweitliga-Absteiger München 1860 keine Lizenz bekam und gleich in die vierte Liga durchgereicht wurde. Aus dem Beinahe-Absteiger Paderborn ist inzwischen eine Spitzenmannschaft in Deutschlands dritter Profiliga geworden. Sie spielt im Pokal jene Rolle, die im zurückliegenden Wettbewerb die Sportfreunde Lotte übernommen hatten. Die scheiterten im Viertelfinale am späteren Pokalsieger Borussia Dortmund. Der Paderborner Trainer Steffen Baumgart urteilte: "Für alle anderen sind wir nun der Wunschgegner." Wohl wahr.

(pet)