Deutscher Fußball künftig mit drei Vertretern in Europäische Klubvereinigung ECA

Watzke, Carro und Gerlinger : Deutscher Fußball künftig mit drei Vertretern in Europäische Klubvereinigung ECA

Mit Hans-Joachim Watzke, Fernando Carro und Michael Gerlinger sind künftig drei Vertreter des deutschen Fußballs in den Gremien der Europäischen Klubvereinigung. Die ECA plant, das Konzept der Champions League zu reformieren.

Der deutsche Fußball ist künftig mit drei Vertretern in den neu zusammengesetzten Gremien der Europäischen Klubvereinigung ECA vertreten. Hans-Joachim Watzke (Borussia Dortmund) wurde bei der Generalversammlung am Dienstag in Genf bis zum Jahr 2023 in das von 13 auf 24 Plätze erweiterte Board gewählt. Dem Vorstand gehört bereits Michael Gerlinger (Bayern München) an. Fernando Carro (Bayer Leverkusen) wurde von der ECA für das "UEFA Klub-Wettbewerbe Komitee" (CCC) nominiert. ECA-Boss bleibt der Italiener Andrea Agnelli (Juventus Turin).

Vor der Wahl hatte sich BVB-Geschäftsführer Watzke mit Carro (Vorsitzender der Geschäftsführung bei Bayer) darauf geeinigt, dass nur er als deutscher Vertreter für das Board kandidieren wird. Carro löst dafür Gerlinger im CCC ab. "Ich freue mich sehr über die Wahl und das Vertrauen, das in mich gesetzt wird. Es ist mir ein großes Anliegen, mich für einen möglichst ausbalancierten Fußball einzusetzen und mich aktiv in den Diskurs einzubringen", äußerte Watzke, der vor drei Wochen seine Kandidatur für das Präsidium der Deutschen Fußball (DFL) zurückgezogen hatte.

Mit Blick auf die angestrebte Europacup-Reform ab dem Jahr 2024 beharrt die ECA auf ihren Forderungen. "Alle sind sich einig, dass Änderungen nötig sind. Es soll ein offener und transparenter Prozess werden", sagte Agnelli: "Wir wollen mehr europäische Spiele und wir wollen einen fairen Zugang. Die Stimme der Klubs soll gehört werden. Denn die Klubs tragen das finanzielle Risiko."

Derzeit werden verschiedene Modelle von diversen Interessengruppen diskutiert. Die ECA, der 246 Klubs angehören, will bis Jahresende ein neues Konzept erarbeiten. Die ursprünglichen Pläne der ECA waren auf massive Kritik gestoßen. Auch der deutsche Profifußball sprach sich gegen das Konzept aus, wonach die Champions League mehr oder weniger zur geschlossenen Gesellschaft geworden wäre.

Die ECA-Vorschläge landen über das CCC beim Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA), das die Entscheidung trifft. Im Exekutivkomitee sitzt nach dem Rücktritt des früheren DFB-Präsidenten Reinhard Grindel derzeit kein deutscher Vertreter. Mit einer Entscheidung wird frühestens im kommenden Jahr gerechnet, ein für Mittwoch geplantes Treffen von UEFA und ECA wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Laut Agnelli würde selbst ein Beschluss im Jahr 2022 noch ausreichen.

Ob für eine Ausweitung des Europacups angesichts des ohnehin schon vollen Terminkalenders die nationalen Ligen oder die Nationalmannschaften Abstriche machen sollen, ließ Agnelli offen: "Schauen Sie in den Kalender und geben Sie sich selbst die Antwort", sagte Agnelli zu einem Journalisten.

(eh/sid)
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