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Coronavirus stürzt Sport ins Termin-Chaos

Neue Kalender, aber wie? : Coronavirus stürzt Sport ins Termin-Chaos

Eine Frage ist geklärt, und schon stellt sich die nächste. Wann sollen die ausgefallen Rennen, Turniere und Spiele nachgeholt werden. Es könnte ein zweites Halbjahr mit großen Sportevents fast im Wochentakt werden. Wohlgemerkt: es könnte.

Der Sport in der ganzen Welt muss seine Kalender neu schreiben - das Coronavirus lässt eine zuverlässige Planung gar nicht zu. Was droht, ist Termin-Chaos - ob mit oder ohne Olympia in Tokio. Im Fußball, im Tennis, in der Formel 1 oder in allen anderen Sportarten: Die Ungewissheit, wann wieder richtig trainiert oder gar gespielt werden kann, überwiegt. Planungssicherheit Fehlanzeige. Und im Kampf gegen Doping müssen die Wächter eines sauberen Sports nun auch noch mehr als sonst auf ehrliche Athletinnen und Athleten vertrauen. Die Coronavirus-Pandemie als Kraft- und Gewissensprobe.

EIN VOLLGEPACKTES ZWEITES HALBJAHR 2020

Die Tendenz ist klar: In der Hoffnung, dass der Virus Sars-CoV-2 bis dahin unter Kontrolle ist und seine Ausbreitung gestoppt werden kann, planen nun viele Sportarten mit einem proppenvollen Terminkalender im zweiten Halbjahr. Fragezeichen hinter der praktischen Umsetzung inklusive: Die Formel 1 will angeblich teilweise im Wochentakt Gas geben, bestätigt ist noch nichts. Die Verlegung der French Open in den September bringt die Veranstalter in New York in die Bredouille. Denn eine Woche vorher würden die US Open eigentlich erst beendet sein. „Beispiellose Zeiten“, hieß es schon aus dem „Big Apple“.

KEINE EURO, ABER TROTZDEM FUßBALL

Die EM-Verschiebung auf den Sommer 2021 bietet die Termin-Lücken, die die Ligen und Verbände nutzen wollen. Aber reicht die Zeit? Kann nach dem 2. April in Deutschland wieder gespielt werden? „Wir müssen nun lernen, in Szenarien zu denken“, sagt DFB-Präsident Fritz Keller. Szenarien gibt es aber viele. Vor Ostern dürfte aufgrund behördlicher Verordnungen kaum gespielt werden. Bis Ende April sollte der Ball rollen, um die Saison bis zum 30. Juni noch abschließen zu können.

Wobei selbst der traditionelle Stichtag für Verträge von Spielern und mit Sponsoren nicht mehr unverrückbar scheint. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert: „Wir wissen, dass wir den Juni und theoretisch sogar bis in den Juli hinein planen können.“ Geklärt werden muss aber auch der weitere Verlauf im DFB-Pokal mit den ausstehenden Halbfinalspielen Ende April und dem Finale am 23. Mai im Berliner Olympiastadion.

WENIGER KONTROLLEN IM ANTI-DOPINGKAMPF

Selbst wenn auch die Spiele in Tokio vom 24. Juli bis 9. August gefährdet sind und viele Athletinnen und Athleten nur eingeschränkt trainieren können - nun wird auch noch weniger getestet, ob sie sauber sind. Reisebeschränkungen und Wettkampfabsagen sorgen für weniger Dopingkontrollen. „Ich glaube, dass wir in der augenblicklichen Situation diese Art von Schummeleien wenig erleben werden. Gerade, weil es um massive gesundheitliche Probleme gehen kann“, meint Andrea Gotzmann von der Deutschen Anti-Doping-Agentur.

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DAS FRAGEZEICHEN HINTER DER GESAMTEN PLANUNG

Am Mittwoch machte der Präsident des Robert Koch-Instituts deutlich, was noch passieren kann. Lothar Wieler warnte vor einem Szenario mit zehn Millionen Coronavirus-Infektionen bis in einigen Monaten in Deutschland. Aktuell hat das RKI knapp 8200 bestätigte Fälle bundesweit gemeldet bekommen - und der Sport steht still.

(pabie/dpa)