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Corona-Krise: Spieler des Wuppertaler SV gehen für Ältere und Kranke einkaufen

Wuppertaler SV packt in Corona-Krise mit an : Regionalliga-Fußballer gehen für Ältere und Kranke einkaufen

In der Corona-Krise sind besonders ältere und kranke Menschen auf Hilfe angewiesen. Der Wuppertaler SV bietet seine Unterstützung an.

Möglichst zu Hause bleiben, soziale Kontakte, so gut es geht, vermeiden. Die Corona-Pandemie schränkt zunehmend den Alltag der Menschen in Deutschland ein. Vor allem für Menschen mit Vorerkrankungen, Senioren und Risikopatienten ist das ansteckende Virus eine ernste Gefahr. Selbst alltägliche Aufgaben wie das Einkaufen sind für sie immer mit einem Ansteckungsrisiko verbunden. Um diese Menschen vor dem Coronavirus zu schützen, leistet der Wuppertaler SV nun Einkaufshilfe.

„Wir befinden uns einer absoluten Ausnahmesituation. Es geht darum, dass wir helfen möchten. Jeder kann einen Beitrag leisten und sich einbringen“, sagt WSV-Sportdirektor Thomas Richter. Die Idee, für ältere und kranke Menschen einzukaufen, sei den Klub-Verantwortlichen während einer Telefonkonferenz gekommen. Alle Spieler hätten auch sofort Bereitschaft signalisiert, „auch die von außerhalb, die extra dafür nach Wuppertal kommen würden“, sagt Richter, der froh ist, eine solch „charakterlich einwandfreie Mannschaft“ zu haben.

Seit einer Woche läuft die Einkaufshilfe nun bereits. Immer morgens zwischen 8 und 10 Uhr nimmt das Team telefonisch (Tel.: 0157 33144 688) die Anfragen auf. Die Spieler fahren anschließend zu den Menschen in Wuppertal, nehmen die Einkaufslisten entgegen, besorgen die Waren und liefern bis zur Haustür. Wirklich Sorgen, ein Spieler könne sich infizieren, macht Richter sich nicht: „Natürlich sollen die Spieler auf die notwendigen Vorschriften, wie zum Beispiel auf den Mindestabstand, achten.“ Mindestens 15 Einkäufe habe man in der ersten Woche bereits erledigen können. „Die Unterstützung ist bislang sehr gut angekommen. Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten“, sagt Richter. In der kommenden Woche (Montag bis Freitag) will man weitere Bestellungen annehmen. Wie lange die Aktion läuft, ist noch unklar. Viel länger als eine Woche könne man in der jetzigen Zeit ja kaum noch Planen, sagt der 58-Jährige.

Mindestens noch bis zum 19. April ruht der Ball beim Viertligisten. Der Spielbetrieb in der Regionalliga West soll frühestens nach Ostern fortgesetzt werden. Heißt auch: kein Mannschaftstraining. Die Spieler sind daher vom Verein mit individuellen Trainingsplänen ausgestattet worden. Da bleiben eben auch Kapazitäten, in der sie beim Projekt des WSV mit anpacken.

In der Krise hatten zuvor schon vor allem die Ultras Haltung gezeigt und ihre soziale Kompetenz nachgewiesen. Ob nun in Hamburg, Leverkusen, Düsseldorf, München oder Stuttgart: Deutschlandweit packen die Fanszenen mit an und helfen, wo sie können.

In Dortmund sind beispielsweise Ultra-Gruppierungen unterwegs, um Einkäufe und Medikamente an Menschen aus der Risikogruppe zu liefern, die sich telefonisch mit dem Wunsch nach Unterstützung melden können. „Es geht jetzt darum, sich solidarisch zu zeigen und gesamtgesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Das bedeutet konkret, dass wir den Menschen unter die Arme greifen wollen, welche aktuell zu den Risikogruppen gehören", heißt es in einem Aufruf von den BVB-Ultragruppen The Unity, Jubos und Desperados. Ähnliche Initiativen gibt es in zahlreichen Szenen der anderen Profiklubs Dazu kommen öffentliche Solidaritätsbekundungen.

In vielen Städten waren zudem Spruchbänder und Banner zu sehen, auf denen Menschen gedankt wird, die derzeit besonders belastet sind. Am Klinikum in Leverkusen hatten die Ultras von Bayer 04 ein Banner aufgehängt und sich bei dem medizinischen Personal bedankt: „Rund um die Uhr seid ihr für uns da – Danke!“