Yaya Toure mit Affengebrüll beleidigt Uefa leitet Verfahren gegen ZSKA Moskau ein

Nyon · Die rassistischen Anfeindungen von Manchester Citys Kapitän Yaya Toure im Champions-League-Spiel der Briten beim russischen Spitzenklub ZSKA Moskau haben ein Nachspiel.

Yaya Toure ist in Moskau rassistisch beleidigt worden.

Yaya Toure ist in Moskau rassistisch beleidigt worden.

Foto: dpa, Sergei Ilnitsky

Der Europa-Verband Uefa gab am Tag nach der 1:2-Heimniederlage der Russen die Eröffnung von Ermittlungen gegen die Gastgeber wegen der fremdenfeindlichen Beschimpfungen des Nationalspielers von der Elfenbeinküste bekannt. Gegenstand der Untersuchungen ist außerdem die Zündung von Feuerwerkskörpern durch ZSKA-Anhänger auf den Rängen. Die Disziplinarkommission verhandelt den Fall am Mittwoch (30. Oktober).

Im Mittelpunkt des Verfahrens allerdings stehen die Schmährufe gegen Toure. Moskauer Fans stimmten bei Ballberührungen des dunkelhäutigen Mittelfeldspielers ausgrechnet am Uefa-Aktionstag gegen Rassismus mehrfach Affengeschrei an. Toure wies den Schiedsrichter noch während der Begegnung auf die Ausfälle des ZSKA-Anhangs hin und forderte nach dem Schlusspfiff eine harte Bestrafung des Armeesportklubs.

ZSKA wehrte sich unterdessen gegen die Vorwürfe. "Nach sorgfältigem Studium der Videobilder haben wir keine rassistischen Beleidigungen von ZSKA-Fans gegen die Gäste feststellen können", teilte der Verein am Donnerstag mit. Dies habe der Delegierte der Europäischen Fußball-Union nach Spielschluss auch bestätigt. Toure hatte sich schon während der Champions-League-Partie am Mittwoch beim Schiedsrichter beschwert, weil er Affenlaute und Beschimpfungen aus dem Publikum vernommen hatte.

"Wir sind überrascht und enttäuscht von den Aussagen von Yaya Toure und anderen Klubmitgliedern von Manchester City", hieß es in der ZSKA-Mitteilung. Die Pfiffe, Buhrufe und andere Laute aus dem Publikum hätten lediglich darauf abgezielt, die Spieler des Gegners zu verunsichern. Es sei unklar, warum der Ivorer Toure dies persönlich genommen habe. ZSKA-Profi Seydou Doumbia, der ebenfalls von der Elfenbeinküste stammt, wurde mit den Worten zitiert: "Mein Nationalmannschaftskollege hat offenbar etwas überreagiert."

Die Moskauer betonten, die Vorgänge seien bedauerlich, die Anschuldigungen aber unbegründet. Der Verein werde selbst seinen Kampf gegen Rassismus im Stadion fortsetzen.

(sid)