Thomas Tuchel: Manchester zerstört den Traum von PSG

„Das ist schon ein Schock“ : Manchester zerstört Traum von PSG und Tuchel

Die Basis für den erstmaligen Einzug ins Viertelfinale der Champions League seit 2016 schien für Paris Saint-Germain im Hinspiel gelegt. Doch in der Nachspielzeit ereilte das Team des deutschen Trainers Thomas Tuchel das Aus.

Als wenn der Sieg von Ajax Amsterdam bei Real Madrid am Dienstag nicht genug gewesen wäre. Am Mittwoch setzte die Champions League mit der Fortsetzung des Achtelfinales noch einen drauf. Mit einem Strafstoßtreffer in der Nachspielzeit setzte sich das stark ersatzgeschwächte Team von Manchester United mit 3:1 gegen Paris Saint-Germain durch und warf die Mannschaft des deutschen Trainers Thomas Tuchel überraschend aus dem Wettbewerb - und das obwohl die Franzosen das Hinspiel mit 2:0 in Old Trafford gewonnen hatten.

Auch der anderen Begegnung am Mittwoch mangelte es nicht an Dramatik. Der FC Porto gewann durch einen Foulelfmeter in der Verlängerung mit 3:1 gegen AS Rom (Hinspiel: 2:1 für Rom) und gelangte so in die Runde der besten acht europäischen Vereinsmannschaften.

SERIE - Zum dritten Mal hintereinander schied die sündhaft teure Mannschaft von PSG im Achtelfinale aus. „Das ist schon ein Schock, sagte Tuchel. „Ich habe keinen Weg, das jetzt zu analysieren.“ Er beklagte, dass seine Mannschaft hoch überlegen war, kaum Chancen zuließ und dann genau die drei Tore hinnehmen musste, die Manchester brauchte.

DEUTSCHE IM PECH - Es war kein guter Abend für die Deutschen bei Paris Saint-Germain - nicht nur wegen des Ausscheidens. Unter den Augen von Handball-Profi Uwe Gensheimer unterlief Nationalspieler Thilo Kehrer vor dem 0:1 durch Romelu Lukaku ein übler Fehlpass. Sein Nationalmannschaftskollege Julian Draxler musste Mitte der zweiten Halbzeit mit einer Oberschenkelverletzung vom Platz.

HANDSPIEL-DISKUSSION - Die Debatte um die Auslegung der Handspiel-Regel und den Videobeweis bekam im Pariser Prinzenpark neue Nahrung. Schiedsrichter Damir Skomina bestrafte PSG-Verteidiger Presnel Kimpembe in der Nachspielzeit dafür, dass er einen Schuss von Diogo Dalot mit dem Ellbogen blockte. Absicht oder nicht? Schwer zu entscheiden. Ashley Young sagte: „Der Schiedsrichter hat ihn gegeben, also war es ein Elfer.“ Tuchel sagte: „Das ist eine große Entscheidung. Handspiel ist immer kompliziert und auslegbar. Es ist müßig, darüber zu diskutieren.“

ERFOLGSWELLE - Manchester United schwimmt auf einer Erfolgswelle, seit Ole Gunnar Solskjaer das Traineramt von Jose Mourinho übernommen hat. „Das fühlt sich fantastisch an“, sagte der Norweger nach dem Sieg. „Wir glauben bis zum Schluss an uns. Wir haben schon so oft gezeigt, dass wir Spiele drehen können.“ Auf die Frage, ob er auf Dauer bei Man United in der Verantwortung bleibt, sagte er: „Wir werden sehen. Ich mache meinen Job, so gut, wie ich kann.“

DRAMASPEZIALIST - Solskjaer ist ein Spezialist für die Nachspielzeit. Vor 20 Jahren entschied der Norweger in Barcelona das Finale der Champions League gegen Bayern München mit seinem Treffer zum 2:1. Zuvor hatte Teddy Sheringham - ebenfalls schon in der Nachspielzeit Mario Baslers frühen Führungstreffer ausgeglichen.

FORTSETZUNG - Die Namen von Amsterdam, Tottenham, Porto und Manchester United stehen auf den Losen, wenn am Freitag nächster Woche die Viertelfinal-Partien ermittelt werden. Die anderen vier Clubs werden nächste Woche in folgenden Partien ermittelt: Am Dienstag Manchester City gegen Schalke (Hinspiel 3:2) und Juventus Turin gegen Atletico Madrid (0:2), am Mittwoch Bayern München gegen FC Liverpool (0:0) und FC Barcelona gegen Olympique Lyon (0:0).

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(pabie/dpa)
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