In der Champions League gegen Mourinhos Chelsea: Schalkes riskantes Spiel mit Kevin-Prince Boateng

In der Champions League gegen Mourinhos Chelsea : Schalkes riskantes Spiel mit Kevin-Prince Boateng

Der 26-Jährige ist der Anführer im Team der Königsblauen. Doch er ist durch eine Knieverletzung gehandicapt. Trainer Jens Keller hält seinen Einsatz heute ( 20.45 Uhr/Live-Ticker) gegen den FC Chelsea dennoch für realistisch.

Der 26-Jährige ist der Anführer im Team der Königsblauen. Doch er ist durch eine Knieverletzung gehandicapt. Trainer Jens Keller hält seinen Einsatz heute (20.45 Uhr/Live-Ticker) gegen den FC Chelsea dennoch für realistisch.

Marco Höger hat am Montagvormittag eine niederschmetternde Diagnose erhalten. Der Mittelfeldspieler des FC Schalke 04 fällt wegen eines Teilrisses des Kreuzbandes wohl bis zum Saisonende aus. Die Krankenakte der Gelsenkirchener hat ein stattliches Ausmaß angenommen. Stürmer Klaas-Jan Huntelaar wird frühestens zur Rückrunde fit — der Niederländer ist am Knie operiert worden. Sead Kolasinac (Muskelbündelriss), Jefferson Farfán (Muskelfaserriss im Adduktorenbereich) und Kyriakos Papadopoulos (Knie) sind ebenfalls nicht diensttauglich. Für die Königsblauen sind diese Ausfälle bedrohlich. Denn es fehlt schlicht an Breite im Kader, um sie kompensieren zu können. Deshalb müssen Akteure ran, die unter anderen Umständen wohl noch etwas Zeit zum Auskurieren bekommen hätten.

"Ihm geht es sehr, sehr gut"

Kevin-Prince Boateng ist einer von ihnen. Wegen Knieproblemen hat er zwei Wochen pausieren müssen. Erst gestern hat er erstmals wieder mit der Mannschaft trainiert. Dennoch hält Trainer Jens Keller das Risiko für überschaubar, den 26-Jährigen heute in der Champions League gegen den FC Chelsea von Beginn an spielen zu lassen. "Ihm geht es sehr, sehr gut", sagt Keller. "Wenn Kevin sagt, es geht, und er ist fit, dann habe ich keine Bedenken." Der Coach hat indes nicht viele Alternativen und muss volles Risiko gehen, um die hohen Ansprüche seines Arbeitgebers erfüllen zu können. Schalke ist zu Erfolgen verdammt, weil der Verein unter hohen Verbindlichkeiten ächzt und dringend Einnahmen braucht. Es geht darum, den Anschluss nicht zu verlieren. Am Samstag im Revierderby empfängt man Borussia Dortmund, der Rivale ist seit geraumer Zeit wirtschaftlich und sportlich enteilt.

International hat sich Schalke bisher ordentlich geschlagen. In der Gruppe E stehen die Knappen nach Siegen gegen Steaua Bukarest und dem FC Basel an der Spitze, der härteste Prüfstein ist aber sicherlich der Champions-League-Sieger von 2012 aus London. "Chelsea ist der Topfavorit auf den Gruppensieg. Sie sind in der Breite enorm stark besetzt. Sie haben ganz andere Voraussetzungen und Möglichkeiten", sagt Manager Horst Heldt.

Mourinhos Rückkehr

Schalkes Antwort auf die vermeintliche Übermacht des englischen Kontrahenten heißt Boateng. "Er ist ein unglaublicher Spieler, der Angst beim Gegner verbreitet", befindet Außenverteidiger Dennis Aogo. Nicht viele Akteure im aktuellen Kader werden eine solche Wirkung auf die von Jose Mourinho betreute Mannschaft haben. Die erst 18-jährigen Leon Goretzka und Max Meyer haben zwar wiederholt ihre Klasse angedeutet, es fehlt ihnen aber gleichwohl noch die Erfahrung in dieser gehobenen Liga. Dementsprechend respektvoll bekundet Goretzka, dass er schon als kleiner Junge immer wieder davon geträumt habe, mal gegen einen Klub wie Chelsea spielen zu können. "Jeder, der fit ist, wird auch hochmotiviert sein", stellt Julian Draxler fest.

Der Portugiese Mourinho hat die Spielstätte auf Schalke in guter Erinnerung. Dort triumphierte er 2004 mit dem FC Porto im Finale der Champions League. Mourinho hat zuletzt auch nicht auf alle Kräfte zurückgreifen können. Andre Schürrle fehlte nach seiner Drei-Tore-Gala im WM-Qualifikationsspiel in Schweden (5:3) am vergangenen Samstag gegen Cardiff (4:1) aufgrund einer Muskelverletzung, trainierte aber mit. Ashley Cole dagegen blieb wegen Rippenproblemen in London. "Wir haben eine überragende Mannschaft mit so viel Qualität, dass wir selbstbewusst und mit dem Ziel zu gewinnen ins Spiel gehen", sagt Schürrle. "Wir brauchen vor niemandem Angst zu haben." Vielleicht wird er nach seiner Begegnung mit Kevin-Prince Boateng zu einem anderen Ergebnis kommen. Vorausgesetzt, Boateng ist wirklich fit. Aber davon ist man ja auf Seiten der Schalker überzeugt.

(RP)