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Rassistische Beleidigung: Paris Saint Germain gegen Basaksehir Istanbul unterbrochen

Eklat bei Champions-League-Partie : Vierter Offizieller soll Basaksehir-Betreuer rassistisch beleidigt haben

Eklat bei der Champions-League-Partie Paris St. Germain gegen Istanbul Basaksehir. Der vierte Offizielle soll einen Betreuer der Türken rassistisch beleidigt haben. Die Spieler beider Teams verließen daraufhin den Platz. Die Partie wurde abgebrochen und soll am Mittwoch nachgeholt werden.

Nach 22:30 Minuten verließen beide Mannschaften im Pariser Prinzenpark geschlossen das Feld. In der 14. Minute hatte das Schiedsrichtergespann den Basaksehir-Assistenzcoach Pierre Webo wegen unsportlichen Verhaltens auf die Tribüne geschickt. Bei diesem Vorgang soll das Wort "negro" gefallen sein, dies warfen die Istanbul-Offiziellen dem rumänischen Schiedsrichter lautstark vor. Über die Außenmikrofone im Stadion war die Äußerung deutlich zu hören.

Wie zudem zu hören war, soll das Schiedsrichter-Team aus Rumänien versucht haben, sich damit zu verteidigen, dass der Vierte Offizielle das rumänische Wort für Schwarzer (negru) benutzt habe und nicht das N-Wort.

Minutenlang diskutierten Spieler beider Teams am Spielfeldrand mit den Schiedsrichtern und gingen dann in die Kabinen. Webo und auch Ex-Bundesliga-Profi Demba Ba waren anschließend zu hören, wie sie lautstark darauf hinwiesen, dass die Schiedsrichter bei einem weißen Spieler auch nicht „der Weiße“ gesagt hätten, um diesen zu identifizieren.

Am Spielfeldrand kam es zu hitzigen Debatten, die PSG-Stars Kylian Mbappé und Neymar standen lange dicht beim Geschehen. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie Mbappé auch sprach. Der Brasilianer Neymar hatte zuletzt Mitte September im Liga-Spiel gegen Olympique Marseille seinem Gegenspieler Rassismus vorgeworfen.

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Ob die Partie abgebrochen oder fortgesetzt werden sollte, war zunächst unklar. Erst am späten Dienstagabend gab es eine offizielle Mitteilung der Europäischen Fußball-Union. Die Partie soll am Mittwoch um 18.55 Uhr nachgeholt werden.

Mit einem neuen Schiedsrichtergespann sollen die verbleibenden Minuten gespielt werden. „Eine gründliche Untersuchung des Vorfalls“ werde unverzüglich eingeleitet, hieß es weiter. Zuvor hatte Basaksehir auf Twitter bereits angekündigt: „Unsere Spieler haben beschlossen, nicht mehr auf das Spielfeld zurückzukehren.“ Zudem hatte der Klub das Logo der Uefa-Kampagne „No to Racism - Respect“ getwittert. Die türkischen Top-Klubs Galatasaray Istanbul, Fenerbahce Istanbul und Besiktas Istanbul zeigten sich solidarisch. Die drei Istanbuler Vereine twitterten jeweils „No to Racism“.  Auch der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, der Sympathien für Basaksehir pflegt, schaltete sich ein und verurteilte die Zwischenfälle „scharf“.

RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann bekam die Vorfälle zunächst nur am Rande mit. Er habe während des eigenen Spiels gegen Manchester United (3:2) zunächst nur gehört, dass es „um Beleidigungen geht“, sagte Nagelsmann. „Das verurteile ich aufs Schärfste. Wir leben in einer bunten Gesellschaft, das ist auch gut so, so etwas sollte nicht passieren, nicht auf dem Fußballplatz und auch sonst nirgendwo.“ Durch den Sieg sicherte sich RB den Einzug in das Achtelfinale. Auch Paris steht durch die Niederlage von Man United in der K.o.-Runde.

(old/sid/dpa)