Pep Guardiola scheidet erneut mit Manchester City aus der Champions League aus

Sechstes Champions-League-Aus in Folge : Guardiola scheitert an sich selbst

Zum dritten Mal in Folge scheidet der Trainer mit Manchester City aus der Champions League aus. Erneut hat er das Team mit seinen Ansprüchen überfrachtet.

Pep Guardiola kann sehr anstrengend sein. Das haben Bayern Münchens Spieler in der dreijährigen Zusammenarbeit von 2013 bis 2016 erfahren. Und seither erfahren es die Spieler von Manchester City. Der Perfektionist aus Katalonien will in einem Spiel am liebsten fünf verschiedene Systeme spielen lassen, er tanzt an der Linie ein wildes Ballett, weil er nie wirklich mit dem zufrieden ist, was seine Mannschaften bieten.

Das ist für seine Fußballer schwer auszuhalten. Und es führt nun schon zum sechsten Mal in Folge dazu, dass Guardiola mit seinem Team das große Ziel verfehlt. Das Ziel ist nämlich längst nicht mehr die nationale Meisterschaft. Dergleichen erledigte die topbesetzte Bayern-Mannschaft unter seiner Leitung nebenbei, und ManCity hat es in England zumindest in der vergangenen Saison sehr souverän geschafft. In dieser Serie ist es in einem großen Wettlauf mit dem FC Liverpool auch noch möglich.

Das Ziel, für das die Scheichs aus Abu Dhabi, die Manchester City zum größten Teil finanzieren, Guardiola aus München geholt haben, ist der Titel in der Champions League. Guardiolas Team verpasst Europas Krone erneut, weil der Trainer in den entscheidenden Spielen einfach zu viel will. Taktische Vollendung und perfekte Spielzüge stehen bei ihm zunächst mal über dem schlichten Ergebnis. Das mag für Fußball-Romantiker eine ehrenwerte Haltung sein. Für den Briefkopf des Vereins taugt es nicht. Und es passt nicht zum Profifußball.

Guardiola wird seinen Arbeitgebern nun Antworten geben müssen. Sie werden sich mit dem Hinweis auf ein bisschen Pech im Viertelfinale gegen Tottenham nicht zufrieden geben. In der Nachspielzeit erkannte das Schiedsrichterteam in Zusammenarbeit mit dem Videoassistenten ein Tor von City wegen Abseits nicht an. Es wäre das 5:3 und damit der Halbfinal-Einzug für Manchester gewesen. So musste Guardiola feststellen: „Es ist grausam, aber wir haben es zu akzeptieren.“ So leicht wird ihn die Klubführung nicht davon kommen lassen.

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