Manchester City: Pep Guardiola lobt Leroy Sané in den höchsten Tönen

"Niemand auf der Welt mit diesen Qualitäten" : Guardiolas erhebt Sané in die Liga der Besten

Ausgerechnet gegen seine alte Liebe zauberte Leroy Sane. Mit einem Tor und drei Vorlagen begeisterte der 23-Jährige nicht nur seinen Teammanager Pep Guardiola, sondern auch Bundestrainer Joachim Löw.

Nach seinem Tanz mit der alten Liebe bekam Leroy Sane den Ritterschlag von Pep Guardiola erst im zweiten Anlauf. "Nein", antwortete der Teammanager von Manchester City nach dem 7:0 (3:0) gegen Schalke 04 kurz und knapp auf die Frage, ob der Jungstar sein bislang bestes Spiel gemacht habe. Dann überlegte der Katalane kurz und fügte an: "Erst nach dem 1:0, vorher nicht. Danach war er überragend."

Und es folgte eine Auszeichnung, die sich der Ex-Schalker einrahmen kann: "Es ist niemand auf der Welt mit diesen Qualitäten zu finden." Mit dem Tor zum 3:0 (42.) und den Vorlagen zu den Treffern von Raheem Sterling (56.), Bernardo Silva (71.) und Phil Foden (78.) hatte Sane seinen ehemaligen Klub fast im Alleingang schwindelig getanzt. "Sane traf, kreierte und zerstörte", schwärmte die Times.

"Ich versuche, jede Minute auf dem Platz zu genießen", sagte der 23-Jährige, der nach Anlaufproblemen in der ersten halben Stunde nicht nur Guardiola, sondern mit Sicherheit auch Bundestrainer Joachim Löw begeisterte. Denn am Dienstagabend im Etihad-Stadion gab es nicht nur eine historische Schmach für den deutschen Fußball - die höchste Niederlage eines Bundesligisten in der Champions League. Sondern auch einen Blick in die Zukunft der Nationalmannschaft - mit einem überragenden Sane auf dem linken Flügel und einem ebenso überzeugenden Ilkay Gündogan in der Zentrale.

"Es wird ein Neuanfang", prophezeite Sane deshalb auch, als er nach der DFB-Elf und der Ausbootung der drei Weltmeister Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng gefragt wurde. "Wir werden das gut hinkriegen. Der Trainer hat einen Plan, das müssen alle akzeptieren."

Mit dem aussortierten Trio konnte Sane mitfühlen. Schließlich war auch er schon einmal von Löw gestrichen worden - vor der WM in Russland. "Es ist immer hart für jeden, egal in welchem Alter", sagte er, "die Drei haben viel für das Land getan und einiges gewonnen." Sie würden in Zukunft fehlen, weil sie noch immer auf "sehr gutem Niveau" spielten. Doch dass die nächste Generation bereit ist, bewiesen zumindest Sane und Gündogan eindrucksvoll.

Auch wenn es auf dem Feld anders aussah - mit seiner alten Liebe Schalke hatte Sane nach der höchsten Europapokalpleite in der Vereinsgeschichte Mitleid. "Es tut mir heute noch mehr weh", sagte er mit Blick auf den 3:2-Sieg im Hinspiel auf Schalke, als er mit einem Traumtor die Königsblauen aus allen Träumen gerissen hatte.

Zuvor hatte er gleich drei Schalker nacheinander schwindelig getanzt, in der ersten Halbzeit Weston McKennie, nach einer taktischen Umstellung Jeffrey Bruma, am Ende den eingewechselten Hamza Mendyl. "Es macht sehr, sehr viel Spaß mit dieser Truppe", sagte er. Einen Abstieg seines brutal abgestürzten Ex-Klubs kann er sich allerdings nicht vorstellen: "Es ist ein sehr großer Verein, der in die Bundesliga gehört. Deswegen hoffe ich, dass sie noch die Kurve kriegen."

(ako/sid)