Lionel Messi für Champions-League-Auftakt bei Borussia Dortmund im Kader

Grünes Licht der Ärzte : Messi für Champions-League-Auftakt im Kader

Beim FC Barcelona schauen alle bang auf die rechte Wade von Lionel Messi. Sollte der Superstar ausfallen, steht das nächste Wunderkind schon bereit.

Lionel Messi gluckste vor Freude, er schenkte den bedauernswerten Teamkollegen im Fünf-gegen-Fünf die Tore reihenweise ein. Doch irgendwann warf der Weltstar vom FC Barcelona seinen pinken Schuh beiseite und drückte skeptisch auf seiner rechten Wade herum. Drei Betreuer standen in Denkerpose daneben.

Obwohl die Ärzte am Montagmittag kurz vor der Abreise nach Deutschland grünes Licht gaben: Das "Staatsgeheimnis", ob der Argentinier für das Spiel bei Borussia Dortmund wirklich topfit sein wird, ist nur vage zu beantworten: wahrscheinlich noch nicht.

"Eine Wadenverletzung ist kompliziert", sagte Messi zuletzt leicht frustriert. "Man denkt, dass alles wieder okay ist, aber es kann tückisch sein. Ich habe das noch nie durchgemacht, jetzt weiß ich, wie es ist." Dementsprechend werde er "erst wieder spielen, wenn ich sicher bin, dass mir nichts passiert".

Dafür war es am Samstag gegen den FC Valencia (5:2) zu früh. Messi schaute sich das Spektakel von der Tribüne aus an. Ein bisschen kicken, das geht inzwischen wieder, auch am Montag in Barcelona. Sprints und Wendungen im Höchsttempo sind noch schwierig. "Wir wollen nichts riskieren", sagte Trainer Ernesto Valverde.

Dass sich bei den Katalanen ausnahmsweise einmal nicht alles um den kleinen Argentinier dreht, liegt an einem Teenager aus Guinea-Bissau. Anssumane Fati, genannt Ansu, ist 16 Jahre alt, halb so alt wie Messi, er ist das nächste Wunderkind aus der Zaubererschmiede La Masia und durfte am Samstag nur mit Zustimmung seiner Eltern spielen. Er erzielte mit seinem ersten Ballkontakt das 1:0, bereitete mit dem zweiten das zweite Tor vor und hätte mit dem dritten fast das dritte gemacht.

"Ein Star ist geboren", jubelte die Sportzeitung Marca. Sport fragte auf ihrer Titelseite: "Ansu, von welchem Planeten kommst Du?" Sollte Fati am Dienstag (21.00 Uhr/Sky) treffen, wäre er der mit Abstand jüngste Torschütze der Champions-League-Geschichte. Rekordhalter ist Peter Ofori-Quaye von Olympiakos Piräus (1997 / 17 Jahre, 195 Tage). Fati ist am Spieltag 16 Jahre und 322 Tage alt.

"Was der Junge so anstellt, ist nicht normal", sagt Valverde. Der Trainer will aus der zwangsläufig aufflammenden Debatte ein wenig heiße Luft lassen: "Der Vergleich mit Messi macht mir keine Sorgen. Der Ballon wird groß werden, aber wir werden zusehen, dass er nicht platzt."

Möglicherweise werden Messi und Fati gemeinsam auf der Bank sitzen und auf einen Einsatz als Joker warten. Die psychologische Komponente, Messi als Angstmacher also, ist auch nicht zu unterschätzen. Oder? "Ich würde mich freuen, wenn er spielt", sagte am Montag BVB-Star Marco Reus: "Er ist der beste Spieler der Welt."

Lionel Messi beim Training in Barcelona. Foto: AFP/PAU BARRENA

Keine Angst, aber großen Respekt haben die Katalanen vor den Zuschauern und dem Dortmunder Angriffswirbel. "Wenn die Verteidigung nicht langsam mal aufwacht", warnte Marca, "kann Dortmund die Hölle sein."

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(eh/sid)
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