FC Liverpool: Jürgen Klopp bekam den entscheidenden Treffer gar nicht mit

Wunder von Anfield : Jürgen Klopp bekam den entscheidenden Treffer gar nicht mit

Beim entscheidenden Treffer im Champions-League-Halbfinale hat der FC Liverpool den FC Barcelona aussehen lassen wie eine Schülermannschaft. Selbst Trainer Jürgen Klopp kam beim 4:0 nicht hinterher.

Barcelonas Torhüter Marc-André ter Stegen erinnerte am Dienstagabend einmal mehr an Oliver Kahn. Diesmal allerdings nicht durch sein Aussehen oder seine Paraden. Der Ex-Borusse stauchte seine Abwehr zusammen, so wie es Kahn tat, wenn seine Vordermänner geschlafen hatten.

Beim entscheidenden 4:0 des FC Liverpool im Halbfinal-Rückspiel gegen den FC Barcelona in der Champions League sah die Abwehr der Katalanen aus wie eine Schülermannschaft. Die Defensive um Weltmeister Gerard Piqué stand wie angewurzelt da und sah nur zu, als Liverpools Divock Origi den Ball in den linken Winkel schoss. Der eigentliche Held war aber ein anderer: Rechtsverteidiger Trent Alexander-Arnold spielte den Ball staubtrocken flach vor das Tor der Katalanen, nachdem er aus dem Augenwinkel gesehen hatte, dass Origi frei vor dem Tor stand.

Der 20-Jährige handelte bei der Ecke so schnell, dass sein Trainer Jürgen Klopp den Treffer nicht einmal mitbekam. „Das war eine Idee von Trent Alexander-Arnold, 20 Jahre alt - was für ein Kerl!“, meinte Klopp. „Wir wollten schnelle Standardsituationen, aber das ging zu schnell für mich. Ich habe den Ball im Netz gesehen und hatte keine Ahnung, wer die Ecke getreten oder getroffen hat."

Dem Treffer war eine lupenreine Körpertäuschung vorausgegangen, die gar nicht geplant war. Alexander-Arnold wollte einem Mitspieler den Eckstoß überlassen, drehte schon ab, sah dann die Lücke und spielte den tödlichen Pass. Auch das 2:0 von Giorginio Wijnaldum hatte er nach einem Fehler vor Barcelonas Ivan Rakitic vorbereitet.

Es ist eine weitere große Geschichte eines großen Champions-League-Abends, an dem Liverpool den uneinholbar geglaubten Vorsprung des FC Barcelona aus dem Hinspiel doch noch zunichte machte: Alexander-Arnold ist ein Eigengewächs der „Reds“. Der 20-Jährige hat es bis in die englische Fußball-Nationalmannschaft geschafft. Fünf Mal lief er schon für die „Three Lions“ auf. Als Stammspieler hat er es nun ins Champions-League-Finale geschafft. Am 1. Juni werden in Madrid die Augen der Welt auf ihn gerichtet sein.

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