FC Bayern München: Franck Ribery bekommt Lob von seinen Mitspielern

Franzose spielt um neuen Vertrag: Heißsporn Ribery immer noch "brutal wichtig" für die Bayern

Franck Ribery empfiehlt sich auch in Sevilla für einen neuen Vertrag beim FC Bayern München. Doch die Bayern-Bosse zögern - und verärgern den Star.

Franck Ribery ist ein Mann mit zwei Gesichtern. Hier der geniale Fußballer, da der Heißsporn, der mitunter zur Überreaktion neigt und die Grenze des Erlaubten überschreitet. Das war auch im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League des FC Bayern am Dienstag beim FC Sevilla (2:1) wieder zu sehen.

Als der kleine, große Franzose in der 13. Minute zuerst Franco Vazquez foulte und dann Wissam Ben Yedder umstieß, war er mit der Gelben Karte gut bedient. Danach aber zeigte Ribery vor allem sein schönes Gesicht - das eines Zauberfußballers. Er erzwang das Eigentor von Jesus Navas zum wichtigen 1:1 (37.) und bereitete Thiagos Siegtreffer (68.) vor.

"Francky ist ein klasse Kicker, er tut der Mannschaft unheimlich gut, wenn er seine Läufe, seine Dribblings ansetzt, das ist brutal wichtig für uns", sagte Torhüter Sven Ulreich. Ribery sei auch mit seinen ab Samstag 35 Jahren "auf jeden Fall noch fit und kann den Unterschied in solchen Spielen machen".

Weltmeister Thomas Müller lobte, Ribery habe "alles reingehauen, was er hatte. Er ist unabhängig von den Torbeteiligungen immer noch ein ganz wichtiger Mann." Doch die Bosse zweifeln offenbar wie im Fall Arjen Robben (34) daran, dass das auch über das Vertragsende im Sommer hinaus gilt.

"Wir wissen, dass beide tolle Spieler sind, mit denen wir wahnsinnig viel Erfolg hatten in den letzten zehn Jahren", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Rande der Sevilla-Reise, und ein bisschen klang das schon wie eine ehrenvolle Verabschiedung. Beide genießen "einen total hohen Stellenwert", ergänzte Rummenigge, aber: "Man muss sich manchmal auch Ruhe geben und die Dinge in aller Seriosität diskutieren, das machen wir."

Erst Mitte April werde es Gespräche mit beiden geben, sagte Rummenigge, der dabei "überhaupt keine Problematik" sieht. Die beiden Superstars sehen das allerdings anders. Robben hat bereits öffentlich bekundet, dass er gerne so schnell wie möglich Klarheit hätte. Ribery, so heißt es aus seinem Umfeld, ist "enttäuscht" über die zögerliche Haltung der Bosse. Laut "kicker" liegen ihm "mindestens zwei konkrete Angebote" vor, China lockt weiter mit Irrsinnsgehältern.

Geht beim FC Bayern in diesen Tagen eine Ära zu Ende? Mit dem derzeit verletzten Kingsley Coman (21) und dem an Hoffenheim ausgeliehenen Serge Gnabry (22) stehen die Nachfolger bereit. Dass sie von den "Alten" noch einiges lernen können, konnte zumindest Ribery in Sevilla beweisen - im Guten wie im Schlechten.

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(sid)