Kommentar zur Champions League: Dortmund auf dem Gipfel

Kommentar zur Champions League: Dortmund auf dem Gipfel

Es kommt selten vor, dass eine deutsche Mannschaft, die nicht Bayern München heißt, das Finale des wichtigsten Wettbewerbs im Vereinsfußball erreicht. Eintracht Frankfurt (1960), Borussia Mönchengladbach (1977), dem Hamburger SV (1980 und 1983), Borussia Dortmund (1997), Bayer Leverkusen (2002) und jetzt wieder dem BVB ist das gelungen.

Falls der wahrscheinliche Fall eintritt, dass die Münchner heute Abend nachziehen, gibt es zum ersten Mal in diesem bald 60 Jahre alten Wettbewerb, der ständig an Bedeutung gewinnt, ein rein deutsches Endspiel. Es wäre verfrüht von einer neuen Vormachtstellung des deutschen Fußballs zu sprechen (mal abgesehen davon, dass das europäische Ausland solche Töne aus Deutschland zu recht nicht sehr schätzt). Spanien stellt zwei Halbfinalisten und die Engländer werden dank ihrer Wirtschaftskraft zurückkommen.

Doch gerade der Erfolg des BVB zeigt, dass die Spitze der Bundesliga auf allerhöchstem Niveau wettbewerbsfähig ist. Die Dortmunder erreichen den vorläufigen Gipfel einer Entwicklung, auf der zwei Meistertitel und — im vergangenen Jahr auch noch der eindrucksvolle Pokalsieg — als Zwischenstationen lagen. Die Endspiel-Teilnahme am 25. Mai 2013 ist noch höher einzuschätzen als die vor 16 Jahren im Münchner Olympiastadion gegen Juventus Turin (3:1).

Der aktuelle Erfolg ist das Produkt eines gesunden Wachstums im wirtschaftlichen wie im sportlichen Segment. Erdacht, entwickelt, erarbeitet — wie mit deutscher Ingenieurkunst.

(seeg/can)
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