Champions-League-Qualifikation Fan bei Krawallen erstochen - Spiel wird verschoben

Update | Athen · Ein griechischer Fußball-Fan ist in einem Vorort von Athen bei einer Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Anhängern erstochen worden. Die Uefa hat das Spiel nun verschoben.

 Nach Angaben der Polizei wurden sechs weitere Personen verletzt.

Nach Angaben der Polizei wurden sechs weitere Personen verletzt.

Foto: dpa/Robert Michael

Ein griechischer Fußball-Fan ist in einem Vorort von Athen bei einer Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Anhängern erstochen worden. Der 22-Jährige wurde nach Polizeiangaben am Montagabend umgehend in ein Krankenhaus gebracht, wo er seinen Verletzungen erlag. Der Vorfall hatte sich vor dem ursprünglich für Dienstag angesetzten Qualifikationsspiel zur Champions League zwischen AEK Athen und dem kroatischen Meister Dinamo Zagreb ereignet. Am späten Nachmittag verkündete die Uefa, das Hinspiel werde am 19. August um 20.45 Uhr MESZ nachgeholt..

Nach Angaben der Polizei wurden acht weitere Personen verletzt - drei Griechen und fünf Kroaten. „Vor dem Stadion Nea Filadelfia ereignete sich ein schwerer Vorfall“, teilte die griechische Polizei mit: „Ein junger Grieche wurde erstochen und weitere Verletzte liegen im Krankenhaus.“ Insgesamt seien bis Dienstagmorgen 96 Personen festgenommen worden.

Nach Angaben der griechischen Nachrichtenagentur Ana wurden Ermittlungen eingeleitet, die Festgenommenen sollen noch am Dienstag von der Staatsanwaltschaft angehört werden. Etwa hundert Hooligans des kroatischen Klubs seien in der griechischen Hauptstadt anwesend gewesen, berichtet Ana.

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„Die Uefa bedauert die schrecklichen Vorfälle, die sich in Athen ereignet haben und bei denen ein Mensch ums Leben gekommen ist“, schrieb der Verband in einem Statement. Nach den Ausschreitungen und in Absprache mit den örtlichen Behörden habe man entschieden, „dass die Bedingungen für die Austragung des Spiels zwischen AEK Athen und Dinamo Zagreb am Dienstag nicht“ erfüllt seien.

Auch Fifa-Präsident Gianni Infantino sprach sein Beileid aus: „Es gibt absolut keinen Platz für Gewalt im Fußball, auf und neben dem Platz, sowie in der Gesellschaft“, schrieb der Weltverbandschef bei Instagram.

Der griechische Fußball war in der Vergangenheit immer wieder von Gewalt überschattet worden, im vergangenen Jahr hatte die Regierung die Höchststrafe für Fangewalttaten nach einer Messerattacke von sechs Monaten auf fünf Jahre erhöht. Der 19 Jahre alte Alkis Kampanos war im Februar 2022 in Thessaloniki bei einer Schlägerei zwischen Anhängern der Stadtrivalen Aris Thessaloniki und PAOK getötet worden.

Im vergangenen Monat wurden sieben Angeklagte des Mordes für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt. Fünf weitere Personen erhielten wegen Mittäterschaft Haftstrafen von mehr als 19 Jahren. Es war allein in Thessaloniki der dritte Todesfall durch Fangewalt innerhalb von drei Jahren.

(SID/dpa/loy)