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Champions League: Polizeieinsatznach Atlético gegen ManCity - Rote Karte und Rangelei

Spucken, Haare ziehen, Kopfstoß : Polizeieinsatz im Spielertunnel nach Atlético gegen ManCity

Eine Kamera hält fest, wie Spieler von Atlético Madrid nach dem Aus in der Champions League außer Rand und Band noch im Kabinengang auf Gegner Manchester City losgehen. Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann findet klare Worte. Die Uefa hält sich noch bedeckt.

Nach dem Champions-League-Spiel zwischen Atlético Madrid und Manchester City ist es zu einem Polizei-Einsatz im Kabinengang des Stadions Wanda Metropolitano gekommen. Erst gab es Rudelbildung und Rangeleien auf dem Fußballfeld, dann kochten die Emotionen im Kabinengang über: Nach der hitzigen Schlussphase sind Spieler und Betreuer beider Teams erneut aneinander geraten. Wie Videoaufnahmen aus dem Kabinengang zeigen, griff am Mittwochabend sogar die Polizei ein, um Schlimmeres zu verhindern.

Die Europäische Fußball-Union teilte am Donnerstag auf dpa-Anfrage mit, dass der Bericht der Offiziellen um den Berliner Schiedsrichter Daniel Siebert übermittelt worden ist. Dieser würde nun ausgewertet. Bis dahin können man keine weiteren Informationen geben.

Unterdessen forderte der ehemalige Nationalspieler Dietmar Hamann eine Bestrafung von Atlético Madrid durch die UEFA. Diese Kämpfe und das Haare ziehen gehörten sich nicht, die Spieler hätten eine Vorbildfunktion, sagte Hamann im TV-Sender Sky und prangerte das Verhalten der Atlético-Spieler an. „Ich hoffe wirklich, dass die UEFA da jetzt mal eingreift und denen richtig mal eine auf die Finger haut. Diese Szenen gehen nicht“, sagte der 48-Jährige. Da gebe es auch keine Entschuldigung, dass sie körperbetont spielen würden und Emotionen dabei seien. „Wenn das Spiel vorbei ist, dann schüttelt man sich die Hand und weiter geht's.“

Zum wiederholten Male habe Atlético dem Gegner und der Sportart gegenüber keinen Respekt gezeigt. „Das sind sie dem Fußball, dem Fan, den Leuten auf der Welt schuldig. Und ich hoffe, dass man sie jetzt mal sanktioniert“, sagte Hamann.

Entzündet hatte sich der Streit, nachdem Atléticos Felipe in der Nachspielzeit nach einem Foul an Phil Foden mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde. Madrids Stefan Savic stürmte daraufhin wutentbrannt auf den Engländer zu und musste von anderen Spielern zurückgehalten werden. Dabei lieferte er sich eine Kopf-an-Kopf-Auseinandersetzung mit Manchesters Raheem Sterling und zog City-Ersatzspieler Jack Grealish sowie Nathan Aké an den Haaren. Der Verteidiger sah dafür Gelb von Schiedsrichter Siebert.

Im Tunnel eskalierte der Streit zwischen Savic und dem englischen Nationalspieler Grealish erneut. Laut der Zeitung „AS“ schrie Savic die Spieler von City an und soll sie auch bespuckt haben. Zudem soll Atlético-Verteidiger Sime Vrsaljko nach einem Bericht des „Daily Mirror“ Manchesters spanischen Nationalspieler Aymeric Laporte verbal attackiert und einen Gegenstand in dessen Richtung geworfen haben. Vrsaljko versuchte anschließend, sich auf die Gegner zu stürzen, die von Polizisten abgeschirmt wurden, berichten spanische Medien. Einige Leute von Atlético konnten Vrsaljkos gerade noch zurückhalten. Im weiteren Verlauf sah es so aus, als würde er außer Rand und Band in Richtung der Engländer spucken. Laut „Marca“ waren auch Mario Hermoso und Atlético-Sportdirektor Andrea Berta an den Vorfällen beteiligt.

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Atlético verpasste durch das 0:0 und die 0:1-Hinspielniederlage in Manchester den Einzug ins Halbfinale der Champions League. „Ein angespannter, nervöser Abend endete damit, dass City mit einem Tor Vorsprung das Halbfinale der Champions League erreichte, und es zu einer Rauferei im Tunnel kam“, kommentierte „The Guardian“. Und „The Telegraph“ schrieb: „Manchester Citys Viertelfinal-Showdown mit Atlético Madrid in der Champions League eskalierte im elfminütigen Nachspielzeit-Wahnsinn ins Chaos, mit einer Massenschlägerei, einer Roten Karte, wohl einem Kopfstoß und einem Polizeieinsatz nach dem Schlusspfiff.“

(kron/dpa)