Champions League: Jürgen Klopp erreicht mit FC Liverpool Finale trotz 2:4 in Rom

2:4 reicht Liverpool in Rom: Klopp erreicht zum zweiten Mal Finale der Champions League

Jürgen Klopp steht nach 2013 zum zweiten Mal im Finale der Königsklasse. Mit dem FC Liverpool kann der deutsche Coach ein zweites Wunder von AS Rom trotz Niederlage recht problemlos verhindern. Jetzt wartet Real Madrid.

Jürgen Klopp steht nach 2013 zum zweiten Mal im Finale der Königsklasse. Mit dem FC Liverpool verhinderte der deutsche Coach ein zweites Wunder von Rom, auch wenn es die "Reds" am Ende unnötig spannend machten.

Jürgen Klopp baut weiter an seinem eigenen Denkmal an der berühmten Anfield Road. Der frühere Dortmunder Trainer hat mit dem FC Liverpool nichts mehr anbrennen lassen und ist mit den Reds trotz eines 2:4 (2:1) im Halbfinal-Rückspiel bei AS Rom ins Finale der Champions League eingezogen. Im Endspiel trifft Liverpool am 26. Mai in Kiew auf Titelverteidiger Real Madrid.

Sadio Mane (9.) und Georginio Wijnaldum (26.) trafen für den Champions-League-Sieger von 2005, der zudem auch viermal den Europapokal der Landesmeister gewonnen hat. James Milner hatte mit einem Eigentor in der 15. Minute zwischenzeitlich noch einmal für Spannung gesorgt, der frühere Wolfsburger Edin Dzeko (52.), der Belgier Radja Nainggolan (86. und 90.+4, Foulelfmeter) ließen die Engländer noch einmal zittern.

"Das war ein wahnsinnig intensives Spiel. Das war unsere erste Niederlage in diesem Wettbewerb, aber damit können wir leben. Die letzten beiden Gegentore waren wie Zahnweh, das braucht niemand", sagte Klopp nach dem Spiel bei Sky.

Liverpool hatte in der Vorwoche durch ein 5:2 im Hinspiel den Grundstein für seine erste Endspielteilnahme seit elf Jahren gelegt. Für Klopp persönlich ist es nach 2013 die zweite Finalteilnahme im wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb. Vor fünf Jahren unterlag Klopp mit dem BVB im deutschen Endspiel gegen Bayern München in London 1:2.

Klopp ohne Co-Trainer Buvac

Ungeachtet der aktuellen Turbulenzen um Klopps langjährigen Assistenten Zeljko Buvac, der wegen angeblicher Differenzen mit seinem Chef nicht im Olympiastadion anwesend war und zudem mit dem FC Arsenal in Verbindung gebracht wird, hielt Liverpool erneut ohne den angeschlagenen Nationalspieler Emre Can der ersten Sturm- und Drangphase der Gastgeber stand. Nachdem die Roma durch Aleksandar Kolarov und Alessandro Florenzi zwei Warnschüsse auf das Tor des früheren Mainzers Loris Karius abgegeben hatte, führte der erste durchdachte Angriff der Gäste zum Erfolg.

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Nach toller Vorarbeit des früheren Hoffenheimers Roberto Firmino gelang Mane sein neunter Treffer im laufenden Wettbewerb. Der Senegalese hatte schon im Hinspiel getroffen wie auch Firmino, der vor einer Woche ebenso wie der ägyptische Superstar Mohamed Salah sogar zweimal getroffen hatte.

Englands Fußballer des Jahres konnte bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte allerdings nicht so stark auftrumpfen wie eine Woche zuvor. Dafür stand zunächst Milner im Mittelpunkt, der nach einem missglückten Klärungsversuch von Dejan Lovren den Ball an den Kopf bekam und ins eigene Gehäuse an seinen verdutzten Keeper Karius in die Maschen lenkte,

Die Reds ließen sich durch den Ausgleich aber nicht verunsichern und spielten weiter munter nach vorne. Nachdem Mane in der 25. Minute noch an Alisson gescheitert war, ließ keine 60 Sekunden später Wijnaldum dem brasilianischen Nationaltorwart keine Chance. Für den Niederländer, der im Hinspiel nach 18 Minuten den verletzten Alex Oxlade-Chamberlain ersetzt hatte, war es der erste Treffer in der Königsklasse. Die Römer hatten in der 35. Minute Pech, als Stephan El Shaarawy nur den Pfosten traf.

Nach der Pause verwaltete Liverpool das Resultat. Vom Traumtrio Firmino-Salah-Mane war kaum noch was zu sehen. Rom war aber auch nach Dzekos achten Treffer im laufenden Wettbewerb zunächst weit davon entfernt, ein zweites Wunder zu schaffen. Im vergangenen Monat hatte die Mannschaft von Trainer Eusebio Di Francesco den FC Barcelona im Viertelfinal-Rückspiel mit 3:0 entzaubert. Der Erzrivale von Real Madrid hatte sich nach einem 4:1 im Hinspiel bereits in der Vorschlussrunde gewähnt.

Nachdem es am Rande des Hinspiels zu schweren Krawallen gekommen und ein LFC-Fan durch Roma-Hooligans lebensgefährlich verletzt worden war, blieb es am Dienstag in der ewigen Stadt vor dem Anpfiff überwiegend ruhig.

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(areh/sid/dpa)