Champions League: Jan Vertonghen gibt Entwarnung nach üblem Zusammenprall

Entwarnung bei Vertonghen : Benommener Spurs-Verteidiger muss nach Zusammenprall raus

Die Bilder des sichtlich benommenen Jan Vertonghen erschreckten die Zuschauer des Champions-League-Halbfinales zwischen Tottenham Hotspur und Ajax Amsterdam. Sie zeigen, das Problem liegt deutlich tiefer.

Die Sorge um Jan Vertonghen am Abend war groß. Nach dem Champions-League-Halbfinale gegen Ajax Amsterdam (0:1) gab der Belgier aber am Dienstagabend noch in der Mixed Zone selbst Entwarnung. Der Innenverteidiger von Tottenham Hotspur war nach einem Zusammenprall mit Ajax-Torwart André Onana und seinem Mitspieler Toby Alderweireld benommen liegen geblieben und spuckte Blut, kehrte aber nach einem Trikot-Wechsel aufs Feld zurück. Wenige Augenblicke später konnte er sich nicht mehr auf den Beinen halten und musste von Trainer Mauricio Pochettino und dem Ärzteteam gestützt werden. Der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung oder Knochenbrüche konnte laut Vertonghen im Laufe des Abends ausgeschlossen werden.

Immer wieder kehren Fußballer nach Zusammenstößen mit Mit- oder Gegenspielern auf den Rasen zurück, obwohl sie sichtlich benommen sind. Prominentestes Beispiel: Christoph Kramer im WM-Finale 2014. Er prallte in der 17. Minute mit Argentiniens Ezequiel Garay zusammen und fragte danach Schiedsrichter Nicola Rizzoli zweimal, ob dies das WM-Endspiel sei. Der Unparteiische bat daraufhin Bastian Schweinsteiger, Kramer auswechseln zu lassen. Bis dahin vergingen 14 Minuten mit Kramer im Spiel.

Was amüsant klingt, birgt aber große Gefahren - und die werden im Fußball noch immer bagatellisiert. Zwar gibt es von der Fifa mittlerweile ein „Sport Concussion Assessment Tool“ für Mediziner, um die Symptone eines verletzten Spielers zu evaluieren. Doch dafür bedarf es Zeit für eine gründliche Untersuchung und Zeit hat man am Seitenrand meist nicht. Oft drängen auch Spieler darauf, weiterspielen zu dürfen. Gerade in den ersten Minuten nach einem Zusammenprall sind die Auswirkungen nicht sofort spürbar.

Immerhin: Seit 2015 hat der Trainer keine Entscheidungsgewalt mehr, ob ein Spieler zurückkehren kann. Die liegt mittlerweile nur noch bei den Ärzten. Der frühere Tottenham-Trainer André Villas-Boas hatte 2013 Spurs-Torhüter Hugo Lloris nach einem Zusammenstoß nicht ausgewechselt, obwohl es die Ärzte empfohlen hatten.

Ein Schiedsrichter kann im Übrigen keine Auswechslung anordnen, ein Spieler darf nur dann nicht zurück aufs Feld, wenn er blutet. Auch Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz versicherte sich am Dienstagabend mehrfach bei Tottenhams Teamärzten, ob Vertonghen in der Lage ist weiterzuspielen. Wenige Sekunden später musste der belgische Rekord-Nationalspieler selbst einsehen, dass es für ihn nicht mehr weitergeht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Vertonghen muss nach Zusammenprall benommen ausgewechselt werden

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