5 Köpfe, 5 Geschichten Dieses Quintett steht im Champions-League-Finale im Fokus

Istanbul · Ein Champions-League-Finale produziert immer auch Helden und Verlierer. Beim Duell zwischen Manchester City und Inter Mailand stehen einige Protagonisten im Mittelpunkt.

 Fußgänger spiegeln sich in einem riesigen Ballon in Form der Champions-League-Trophäe, der anlässlich des Finales auf dem Taksim-Platz in Istanbul zu sehen ist.

Fußgänger spiegeln sich in einem riesigen Ballon in Form der Champions-League-Trophäe, der anlässlich des Finales auf dem Taksim-Platz in Istanbul zu sehen ist.

Foto: dpa/Francisco Seco

Beim Champions-League-Finale zwischen Manchester City und Inter Mailand sind die Rollen klar verteilt: Man City geht als Favorit ins Duell am Samstag (21 Uhr/ZDF und Dazn) in Istanbul, Inter will seine Außenseiterchance nutzen. Es stehen einige Protagonisten im Mittelpunkt.

Pep Guardiola

Schafft er es diesmal? Seit 2011, als er ein zweites und letztes Mal mit dem FC Barcelona die Champions League gewann, läuft der spanische Trainerstar dem Henkelpott vergeblich hinterher. Erst mit dem FC Bayern München, dann mit Manchester City. Oft lautete der Vorwurf an den Mastermind nach wichtigen Spielen: vercoacht. Sollte der 52-Jährige auch dieses Finale mit einer auf dem Papier klar besseren Mannschaft verlieren, dürfte sein Image als Trainer-Genie erhebliche Kratzer bekommen. Durch den Meistertitel und den FA-Cup-Triumph sei die Saison zwar schon jetzt „unglaublich“, aber ohne den Königsklassen-Coup würde etwas fehlen, gab Guardiola zu.

Erling Haaland

Über 50 Tore hat die norwegische Naturgewalt in ihrer Premierensaison für Man City bereits erzielt. „Mein Ziel ist es, der Mannschaft dabei zu helfen, Titel zu gewinnen, indem ich möglichst viele Tore schieße“, sagte der Angreifer. Seine Torrekorde auf der Insel haben den Berühmtheitsgrad des 22 Jahre alten Norwegers nochmal größer werden lassen, „das Leben hat sich verändert“, wie der ehemalige Dortmunder zugab: „Ich kann nicht mehr normal leben, das ist einfach so.“ Nach einem Siegtreffer im Champions-League-Sieg wäre der Rummel um seine Person sicher noch größer.

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llkay Gündogan

Ein Finale in seinem Lieblings-Wettbewerb ausgerechnet in der Heimat seiner Eltern, dazu noch als Kapitän seiner Mannschaft - das Spiel in Istanbul ist ohne Zweifel etwas ganz Besonderes für Ilkay Gündogan. „Ich glaube, ich muss Dir nicht sagen, was es bedeuten würde, dann dort als Kapitän die Trophäe in den Händen zu halten“, sagte der Man-City-Profi im ZDF-Interview mit seinem früheren Nationalmannschafts-Kollegen Per Mertesacker. In seinem dritten Königsklassen-Finale will er endlich den Henkelpott gewinnen - es wäre womöglich ein Abschiedsgeschenk. Gündogans Vertrag läuft aus, andere Topvereine sind stark interessiert.

Hakan Calhanoglu

Es ist ohne Zweifel das größte Spiel in der Karriere des Hakan Calhanoglu: Finale in der Champions League, dazu in der Türkei - mehr geht nicht. Es sei „ein Traum“ und „magisch“, ausgerechnet in Istanbul um den wichtigsten Titel im europäischen Klubwettbewerb zu kämpfen, sagte der türkische Nationalspieler. Der frühere Bundesligaprofi des Hamburger SV und von Bayer Leverkusen spielt seit sechs Jahren in Italien, zuerst für den AC Mailand und inzwischen für Inter. Der Halbfinalerfolg über den Stadtrivalen war für den Techniker auch deswegen etwas Besonderes. Bei den Nerazzurri fühlt er sich der gebürtige Mannheimer sehr wohl: „Diese Jungs, sie sind mehr als Freunde, sie sind Familie.“

Szymon Marciniak

Im Fußball heißt es: Ein Schiedsrichter ist dann gut, wenn er nicht auffällt. Über den Polen Szymon Marciniak sagt man, dass er ein richtig Guter seines Fachs ist - doch der 42-Jährige sorgte vor dem Finale für viel Aufsehen. In Medien wurde publik, dass Marciniak an einer Veranstaltung des Politikers Slawomir Mentzen von der rechtsnationalen und euroskeptischen Partei „Konfederacja“ als Gastredner teilgenommen hat. Die Uefa entschied sich gegen eine Neubesetzung, weil sich der Schiedsrichter entschuldigt und versichert hatte, von der Verbindung zur rechtsextremen Bewegung nichts gewusst zu haben. Der Druck auf den Fifa-Schiedsrichter, der das WM-Finale in Katar zwischen Argentinien und Frankreich geleitet hatte, ist jedoch enorm.

(lonn/dpa)