Champions League: DAZN zeigt erstmals Spiele und macht Sky Konkurrenz

Kommentar zur DAZN-Premiere in Champions League : Für alle etwas

Fußballfans müssen sich ab Dienstag Abend umstellen. Die Champions League verschwindet aus dem Free-TV. Nun teilen sich Sky und DAZN die Übertragungsrechte hinter einer Bezahlschranke. Das macht es zunächst etwas unübersichtlich, bringt aber auch Bewegung in den Markt. Für jeden ist etwas dabei. Ein Kommentar.

Muss man besonders gebildet sein, um künftig den Überblick zu behalten, wo welcher Fußball-Wettbewerb läuft? Mario Gomez, immerhin Berufsfußballer, hat unlängst geächzt, er komme nicht mehr mit, „was man bestellen muss, um ein Spiel zu sehen. Das finde ich sehr, sehr schade für die Fans auch, dass es nicht nur ein Paket gibt, das man sich bestellt und dann alle Bundesligaspiele, alle Champions-League-Spiele sieht. Das ist ein Trend, der mir überhaupt nicht gefällt", sagt der Stürmer des VfB Stuttgart. Er selbst habe keinerlei Abos. Wenn er am Dienstagabend Champions League gucken möchte, müsste er sich je nach Präferenz kostenpflichtige Zugänge zu Sky (ab 19,99 Euro im Monat) und DAZN (9,99 Euro im Monat) bestellen.

Dabei ist es im Prinzip ziemlich einfach. Es gibt künftig zwei Anbieter, die bereit waren, die im Medienvertrag der Europäischen Fußballunion (Uefa) geforderten Summen zu zahlen. Sky und DAZN sind übriggeblieben, das ZDF hat nicht mehr mit geboten. Tatsächlich, man glaubt es kaum, müssen Unternehmen versuchen, die gigantischen Beträge, die der Fußball einfordert, auch wieder zu erwirtschaften. Das kann dazu führen, dass es eben für den Verbraucher auch mal eine Umdrehung unkomfortabler wird. Am Ende muss jeder für sich entscheiden, was einem der Fußball wert ist und was er dafür ausgeben kann und möchte. Rein technisch ist es jedenfalls kein großes Hexenwerk. Man lädt sich eine App hinunter und streamt das Angebot über das TV-Gerät oder nutzt lineare Techniken.

Was den Inhalt angeht, treffen Welten aufeinander. Sky hat sich zu einem Format entwickelt, in dem es nebenbei auch um Fußball geht. DAZN punktet noch damit, auf Schnickschnack zu verzichten und Fußball „pur“ zu zeigen. Das ist nicht lieblos, sondern aus Marketinggesichtspunkten total konsequent. Gleichwohl ist auch klar, will DAZN wirklich den Durchbruch in Deutschland schaffen und Sky möglicherweise komplett aus dem Wettbewerb um Fußballrechte drängen, dann wird man auch nicht umhin kommen, sich mittels Expertentalks und mehr prominenten Gesichtern für breitere Zielgruppen zu öffnen. Bis dahin hat es der Kunde selbst in der Hand, für welches Angebot er sich entscheidet.

Es steht übrigens auch die Option „keiner von beiden“ zur Auswahl.

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