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Champions League: Borussia Dortmund malocht sich ins Viertelfinale

Champions League : BVB malocht sich ins Viertelfinale

Nach zehn Minuten war Jürgen Klopp um den gemütlichen Europapokal-Abend gebracht. Borussia Dortmunds Trainer verließ sein schattiges Plätzchen auf der Bank und stand fortan seiner Mannschaft an der Linie mit ziemlich viel Rat zur Seite.

Das war nötig, denn das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Zenit St. Petersburg begann gar nicht so gemütlich, wie sich das die Borussen nach dem 4:2-Erfolg in Russland vorgestellt hatten. Am Ende aber hatten sich Klopps Bemühungen ausgezahlt. Sein Team steht nach trotz einer 1:2-Niederlage im Viertelfinale. In dieser Runde muss es auf Stürmer Robert Lewandowski verzichten, der eine Gelbsperre absitzen wird.

St. Petersburg ging die Begegnung trotz des Rückstands aus dem Hinspiel selbstbewusst und mit großer Ruhe bei den Kombinationen an. Axel Witsel führte kühl Regie aus dem hinteren Mittelfeld, und Dortmund tat sich schwer, in den Rhythmus zu kommen. Das Passspiel war fehlerhaft, die Räume im Mittelfeld waren oft verstellt, und bis auf einen Kopfball von Pierre-Emerick Aubameyang, der sein Ziel ganz knapp verfehlte, blieb der BVB erstaunlich ungefährlich.

Kein Zufall, dass die Gäste schon in der Anfangsphase in Führung gingen. Hulk tankte sich mit seinem imposanten Körper an Sebastian Kehl vorbei, legte sich den Ball in aller Ruhe zurecht und beförderte ihn mit Urgewalt aus bemerkenswerter Entfernung in den Torwinkel. Dortmunds Schlussmann Roman Weidenfeller flog zwar schön, aber vergeblich.

Der Rückstand trug nicht eben zur Sicherheit auf BVB-Seite bei. Er hinterließ erkennbar Wirkung. Zum Glück für die Dortmunder fand es der Torschütze aus Brasilien offenbar nicht angebracht, den frischen Ruhm durch energische Abwehrarbeit auf seinem Flügel zu mehren. Dadurch hatte sein Gegenspieler Marcel Schmelzer erfreulich viele Gelegenheiten, einigermaßen ungehindert über die linke Seite nach vorn zu stoßen. Und als eine seiner Flanken von Kehl mit einem Kopfball zum Ausgleich veredelt worden war, legte sich die größte Aufregung.

Der Ball lief nun besser bei den Gastgebern, ohne dass sie allerdings ein fußballerisches Feuerwerk abbrannten.

Zenit gelang es nicht mehr so gut, dem BVB die Arbeit im Aufbau zu erschweren. Nuri Sahin und Kehl brachten mehr Struktur ins Spiel der Dortmunder, im Abwehrzentrum schlossen Mats Hummels und Sokratis die Räume für Passmöglichkeiten entschieden konsequenter als zu Beginn der Partie. Und Zenit verlor immer deutlicher die Zuversicht, im ehemaligen Westfalenstadion doch noch für eine große Überraschung sorgen zu können.

Das gab den Dortmundern mehr Platz für die eigenen Kombinationen, von denen jedoch weiter zu viele in netten Ansätzen stecken blieben. Das trieb Klopp in regelmäßigen Abständen an seinen Außenarbeitsplatz an der Seitenlinie. Gezittert hat er dort aber nicht mehr.

Daran änderte die erneute Führung der Gäste auch nichts mehr. Sie fiel aus heiterem Himmel, als Dortmund drauf und dran war, seinerseits entscheidend zu treffen. Das 1:2 hatte allerdings auf keinen Fall so nachhaltig verunsichernde Wirkung wie das 0:1. Es schien sich auch auf dem Rasen herumgesprochen zu haben, dass St. Petersburg nicht die Qualität und auch nicht die Entschlossenheit für zwei weitere Treffer hatte. Dass sich die Dortmunder trotzdem Leichtfertigkeiten im Zusammenspiel erlaubten, sorgte noch für ein paar Tänzchen ihres Trainers, das Viertelfinale gefährdeten sie nicht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: CL 13/14: Borussia Dortmund - Zenit St. Petersburg

(are)