Barcelona mit wenig Hoffnung Bayern haben gegen Lewandowski „nichts zu verschenken“

Barcelona · Pikantes Wiedersehen im Camp Nou: Der FC Bayern kann seinen einstigen Stürmerstar Robert Lewandowski aus der Champions League werfen. Dessen Trainer Xavi hat kaum Hoffnung.

 Barcelonas Robert Lewandowski (M) in Aktion gegen die Abwehr der Bayern.

Barcelonas Robert Lewandowski (M) in Aktion gegen die Abwehr der Bayern.

Foto: dpa/Sven Hoppe

Oliver Kahn stand vor einer roten Wand mit der passenden Aufschrift „Pack ma's“, als er Robert Lewandowski in bester Titan-Manier die letzte kleine Hoffnung auf Münchner Gnade nahm. „Unser Ziel ist Platz eins, alles andere zählt nicht“, sagte der Vorstandschef von Bayern München vor dem brisanten Wiedersehen mit dem Weltfußballer und ergänzte kernig: „Wir haben nichts zu verschenken!“

Lewandowski und der FC Barcelona dürfen bei ihrem schier aussichtslosen Kampf um den Achtelfinal-Einzug in der Champions League nicht auf Mitgefühl des deutschen Rekordmeisters hoffen. Das wurde spätestens bei Kahns selbstbewusstem Auftritt vor dem Abflug ins sommerliche Katalonien am Dienstagnachmittag klar. Der neue Münchner Neuner Eric Maxim Choupo-Moting und Co. fiebern dem Treffen mit Kumpel „Lewy“ im Fußball-Tempel Camp Nou entgegen, aber: „Jetzt“, meinte Leon Goretzka, könne man auf den Polen „keine Rücksicht mehr nehmen.“

Die Bayern haben leicht reden, sie sind bereits für die K.o.-Runde qualifiziert. In Barcelona ist am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) sogar der Gruppensieg drin, während den Spaniern das blamable Vorrunden-Aus droht. Lewandowski, der seine Marke „RL9“ stets auf der größten Bühne zu vergolden sucht, ist das letztmals 2011 passiert - im Trikot von Borussia Dortmund.

„Bei Bayern ist er schon sehr verwöhnt gewesen, immer mindestens im Achtelfinale zu stehen“, sagte Goretzka. Aber Lewandowski wollte ja im Sommer nach acht erfolgreichen Jahren unbedingt wechseln. Sollte Gruppenrivale Inter Mailand das frühere Spiel (18.45 Uhr) gegen Außenseiter Viktoria Pilsen gewinnen, wäre Barcas Abstieg in die zweitklassige Europa League sogar schon vor der Bayern-Partie klar.

Häme sei deshalb aber „ganz bestimmt nicht“ angebracht, meinte Kahn, „einen musste es in dieser starken Gruppe ja erwischen. Wir haben größten Respekt vor Barcelona.“ Die Bayern brennen auf „ein supergeiles Spiel“ (Goretzka), Choupo-Moting freut sich „auf das Wiedersehen mit Lewy. Er ist ein super Typ und ein Weltklassespieler“ - aber seine 17 (!) Tore in 15 Pflichtspielen reichen Barca wohl nicht.

Trainer Julian Nagelsmann ließ keinen Zweifel an den Münchner Ambitionen und rief vor dem „prestigeträchtigen Duell“ ebenfalls Platz eins als Ziel aus. Wie vor einem Jahr, als die gnadenlosen Münchner als Primus weiterkamen - und Barca mit einem 3:0 in die Europa League schossen.

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Nagelsmann ahnt: „Sie werden uns sehr fordern.“ Daher plant er mit seiner bestmöglichen Mannschaft. Manuel Neuer (Schulter), der zumindest wieder ein Lauftraining absolvierte, blieb in München, der Kapitän soll gegen Mainz am Samstag zurückkehren. Thomas Müller trat den zweistündigen Flug nach überstandener Magen-Darm-Erkrankung an, dürfte aber von der Bank kommen.

Sadio Mane sollte in die Startelf rotieren, in der Spitze wird abermals Choupo-Moting erwartet. „Den kann man immer anspielen, auch in höchster Bedrängnis“, schwärmte Kahn vom Lewandowski-Erben, „wenn er Chancen bekommt, ist er eiskalt vor dem Tor.“

Was für die Bayern spricht: Von 21 ehemaligen Münchnern, die in der Königsklasse gegen sie spielten, trafen nur Lukas Podolski (FC Arsenal/2) und Giovane Elber (Lyon) gegen den Rekordmeister. Lewandowski war im Hinspiel (2:0) trotz guter Chancen erfolglos.

„Es gibt nur noch geringe Hoffnung“, sagte Barca-Coach Xavi. Sollte man ihn als das entscheidende Problem identifizieren, meinte die Klublegende, werde er „nach Hause gehen“.

(SID/stja)