Champions League auch am Wochenende möglich - die Gier des Fußballs

Champions League auch am Wochenende : Die Gier des Fußballs

Die Uefa plant, Partien der Champions League künftig auch am Wochenende auszutragen. Der Spielplan in den nationalen Ligen würde dadurch ordentlich durcheinandergewirbelt. Die Top-Klubs stört das nicht. Ihnen geht es nur ums Geld.

Überraschung, Überraschung – der Fußball bekommt einfach nicht genug. Es wird gefuttert ohne Rücksicht auf Verluste, bis auch noch der letzte Hemdknopf wegspringt. Champions League am Wochenende? Wenn die Kasse stimmt, spielen Traditionen schnell keine Rolle mehr. Und die Top-Klubs brauchen dringend mehr Geld, um den Betrieb auf dem Niveau gewährleisten zu können.

Der Fußball interessiert sich vor allem für sich selbst. Ihn stört es wenig, dass durch seine Übermacht die Vielfalt des Sports immer mickriger wird. Der Fußball, es ist mittlerweile eine gigantische Unterhaltungsindustrie entstanden. Die nationalen Märkte sind längst zu klein geworden, damit Branchenriesen angemessen wachsen können und die Verbände Fifa (Welt) und Uefa (Europa) auch ihr gebührendes Stück vom Kuchen abbekommen. Auch die deutschen Top-Klubs setzen voll auf Internationalisierung. Sie wittern das große Geschäft nicht mehr in der Bundesliga, sondern auf den lukrativen Werbemärkten in Asien und Nordamerika.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es im Fußball ein Format wie die Formel 1 gibt, mit dem ganzjährig rund um die Welt getingelt wird. Solange die Stadien voll sind, solange die Sponsoren Schlange stehen, solange die TV-Quoten konstant hoch sind, werden die Verbände immer gieriger nach neuen Geschäften suchen. Es dauert bestimmt nicht mehr lange, bis in der Liga ein Spiel am Vormittag angepfiffen wird, damit die Kundschaft in Asien zufrieden ist.

Was auf der Strecke bleibt, ist die sogenannte Fußballkultur. Kuttenträger sind weitestgehend aus den Stadien schon verschwunden. Stattdessen ist es in den ersten modernen Arenen schon möglich, seine Bratwurst in der Halbzeit per App zu bestellen. Eine Entwicklung, die man durchaus begrüßen kann. Es sitzen jetzt einfach nur ganz andere Typen auf den Rängen wie noch vor 30 Jahren. Damals ging es um Fußball - mittlerweile werden viele andere Dinge immer wichtiger.