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Dortmund will heute ins Halbfinale der Champions League: BVB erwartet gegen Malaga Tore von Götze

Dortmund will heute ins Halbfinale der Champions League : BVB erwartet gegen Malaga Tore von Götze

Dortmunds Jungstar hat sich in der Champions League in den Blickpunkt des Fußball-Kontinents gespielt. Gegen Malaga soll der 20-Jährige heute das nachholen, was er im Hinspiel versäumt hat.

Es gibt Vorlesungen an der Technischen Universität Dortmund, die sind einfach völlig überlaufen. Eine davon gibt ein Professor namens Jürgen Götze. Er doziert über theoretische Grundlagen der Informationstechnik. Und BVB-Fans sind fasziniert. Nicht von den Algorithmen, die da über die Leinwand laufen. Sondern davon, leibhaftig dem Vater des derzeit besten Nachwuchsfußballers Deutschlands zu lauschen. Mario Götze, der Sohn des Dortmunder Hochschullehrers, fasziniert selbst dann, wenn er nicht da ist. Der kleine Mittelfeldspieler hat sich in dermaßen kurzer Zeit ins Zentrum des europäischen Fußballs gedribbelt, dass man es kaum glaubt, dass er doch erst 20 Jahre jung ist.

Heute, wenn Borussia Dortmund in der Champions League im Rückspiel gegen den FC Malaga um den Einzug ins Halbfinale der Königsklasse spielt (20.45 Uhr, im Live-Ticker), soll er den Unterschied ausmachen. "Ich bin überzeugt, dass Mario Götze am Dienstag treffen wird", sagt BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

So schnell geht das. Im Hinspiel noch war Götze der Verlierer des Tages gewesen. Mit hängenden Schultern und gesenktem Haupt schlich Dortmunds Zehner vom Rasen in Malaga, er hatte drei Großchancen vergeben. In Situationen, wo auch gröbere Fußballarbeiter treffen, hat Götzes Feinjustierung versagt. Es gibt Momente, die auch Götzes Vater und Karriereplaner, der Ingenieur und Informatiker, nicht vorausberechnen kann. "So ist Fußball", pflegt Götze dann zu sagen. Eben unberechenbar. Wie er selbst, wenn er spielt — normalerweise. Wenn Götze am Ball ist, ist das für Gegenspieler häufig so, als schiebe er noch ein paar Unbekannte in die Fußball-Gleichung; Überraschungsmomente, die kein Algorithmus vorhersieht. "Er hat schon ungewöhnliche Qualitäten", sagt sein Trainer und Entdecker Jürgen Klopp, der an dem 20-Jährigen aber nicht nur die Füße, sondern auch den Kopf schätzt: Taktisches Verständnis ist für ihn so wichtig wie technisches Geschick. Sein Lieblingsschüler vereint beides.

Es ist bisher unbestritten die Saison des Mario Götze bei Borussia Dortmund. 2012 war der Revierklub ohne die Mithilfe des lange verletzten Fußball-Juwels in der Rückrunde souverän Meister geworden. Manchen Skeptikern begannen der Justin-Bieber-Blick, die kernige Bräune und das peinlich genau zurechtgezupfte Haar zu missfallen. Doch die Sorge davor, Götze könnte sich selbst in seinem vierten Jahr bei den Profis für zu toll halten, war offensichtlich unbegründet: In dieser Saison spielt er durch, er spielt mit bemerkenswerter Präzision und Effektivität, was gerade erst gegen Augsburg auffiel: Götze und Lewandowski drehten das Spiel nach ihren Einwechslungen. Der 20-Jährige glänzt praktisch immer, auch in der Nationalmannschaft und in der Champions League, wo er sich zu einer Vorzeige-Fachkraft für Offensiv-Spektakel einen Namen gemacht hat: Zwei Tore und fünf Vorlagen steuerte er bei. Das Stadionmagazin "Echt" des BVB ließ für den Jungstar am Wochenende jede Hemmung fallen und titelte: "Gigant Götze."

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Dass er auch einer wird, dürfte nicht nur Götzes Vater längst berechnet haben. Wie weit er auf dem Weg dorthin schon ist, darüber dürfte ihm das Spiel heute Abend neue Daten liefern. Für Dortmund ist das 0:0 aus dem Hinspiel praktisch wie ein Rückstand. Der BVB steht unter Siegzwang, er muss gewinnen. Schießt Malaga ein Auswärtstor, wird es schwer gegen diese erfahrene Defensiv-Einheit, der Götze im Hinspiel noch mehrmals vielversprechend entkommen war. Trainer Jürgen Klopp kann beim Spiel um die erste Halbfinal-Teilnahme seit 15 Jahren wohl auf seinen gesamten Kader zurückgreifen.

Für den Klub würde es Mehreinnahmen von etwa zehn Millionen Euro bedeuten. Und für Götze persönlich besteht die Chance, in die Gruppe derer vorzustoßen, die Cristiano Ronaldo (Real Madrid), Lionel Messi (FC Barcelona) oder Franck Ribéry (FC Bayern) heißen — allesamt die Ausnahmekönner der Mannschaften, die in der Königsklasse den Halbfinaleinzug so gut wie sicher haben. Und auf die Götze und Dortmund treffen wollen. "Wir müssen alles machen wie im Hinspiel", sagte Geschäftsführer Watzke im "Kicker". "Nur ab und zu den Ball mal reinschießen."

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(RP/can/csi)