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0:3-Wertung, neutrale Plätze, Nachnominierung: Mögliche Corona-Folgen in der Champions League

Neutrale Plätze, Nachnominierungen und Co. : Welche Folgen Corona-Infektionen im Europapokal haben können

Die Champions-League-Saison steht auf wackeligen Beinen: Corona-Infektionen können den ohnehin schon eng getakteten Terminplan auf eine Belastungsprobe stellen. Welche Regeln in dieser Saison gelten, sollte es zu positiven Tests kommen, lesen Sie hier.

Serge Gnabry hat sich mit dem Coronavirus infiziert, dem Champions-League-Spiel zwischen Bayern München und Atlético Madrid steht aber wohl nichts im Wege- obwohl er mit 24 weiteren Münchner Profis am Dienstag am Abschlusstraining teilgenommen hatte. Sein positiver Test war erst nach der Einheit bekannt geworden.

Die Austragung kann nach Einschätzung des Virologen Jonas Schmidt-Chanasit dennoch stattfinden „mit einer regelmäßigen Testung, jeden Tag“. So könne ausgeschlossen werden, dass ein infektiöser Spieler teilnimmt. Die negativen Tests müssen der Uefa sechs Stunden vor dem Spiel vorliegen.

Noch härter traf es den niederländischen Erstligisten AZ Alkmaar: Bei dem Europa-League-Teilnehmer haben sich 13 Spieler infiziert. Die Partie beim SSC Neapel am Donnerstag soll dennoch stattfinden. Alkmaar wolle mit einem 17-Mann-Kader nach Italien reisen.

Wann käme es zu einer Absage der Partie?

  • Positive Corona-Tests innerhalb der Mannschaft führen nicht zwangsläufig zu Spielabsagen. Bei einzelnen Fällen sollen die Partien stattfinden. Stehen mindestens 13 Spieler zur Verfügung (einschließlich mindestens einem Torhüter) muss das Spiel am geplanten Termin ausgetragen werden. Verhindert würde dies allerdings beispielsweise durch die Anordnung einer Quarantäne für die gesamte Mannschaft durch die Behörden.
  • Die Vereine haben diesmal die Möglichkeit, zunächst nicht für den Europapokal registrierte Spieler nachzumelden. Verlegungen sind erst vorgesehen, wenn einem Team weniger als 13 gemeldete Spieler zur Verfügung stehen. Neuansetzungen mit dann negativ getesteten Spielern sind möglich.
  • Klappt das nicht, verliert der verantwortliche Verein die Partie am Grünen Tisch. So wird ein Spiel mit 0:3 gegen das Heimteam gewertet, wenn es nicht rechtzeitig auf neue Einschränkungen seiner Regierung hinweist, die eine Austragung verhindern könnten. Darf der Gastverein nicht einreisen, müssen die Gastgeber einen neuen Spielort vorschlagen. Ein kurzfristiger Heimrechttausch ist dabei ebenso möglich wie eine Verlegung an einen neutralen Ort.
  • Verhindern nationale Regelungen die Ausrichtung eines Spiels, trägt in der Regel der Heimverein die Verantwortung für die Suche nach einem Ausweichtermin und/oder -ort. Auch wenn das Land des Gastvereins die Reise zum Spiel unmöglich macht.

Die deutschen Teilnehmer könnten Gastgeber werden, wenn ein neutraler Austragungsort gesucht wird

„Alle Vereine, die an der Gruppenphase teilnehmen, haben sich nach besten Kräften darum zu bemühen, ihren von der Uefa bestätigten Austragungsort gegebenenfalls als neutralen Austragungsort für andere Spiele verfügbar zu machen“, schreibt die Uefa vor. Sollten Partien der Königsklasse wegen lokaler Corona-Restriktionen verlegt werden müssen, könnte auch bei den Bundesligisten angefragt werden.

Der Termindruck wird noch größer

  • Geplant ist der letzte Gruppenspieltag am 8. und 9. Dezember. Vorsorglich erlaubt die Uefa aber, dass die Vorrunde in diesem Jahr erst bis zum 28. Januar 2021 abgeschlossen werden muss.
  • Klappt das nicht, legt das Uefa-Exekutivkomitee „Grundsätze“ dafür fest, dass die Teilnehmer an der K.o.-Runde der Champions League und Europa League bestimmt werden.

Infiziert sich der Schiedsrichter, können auch Nicht-Fifa-Schiedsrichter aus den Heimatländern der Teams einspringen

Wird ein Mitglied des Schiedsrichterteams positiv auf das Coronavirus getestet, behält sich die Uefa das Recht vor, Ersatzschiedsrichter zu benennen, die auch aus dem Land eines der am Spiel beteiligten Vereine kommen können.

(eh/sid/dpa)