Ermittlungen gegen Schäfer: Zoff zwischen Hertha und Nürnberg

Ermittlungen gegen Schäfer: Zoff zwischen Hertha und Nürnberg

Berlin (RPO). Die Fronten zwischen Hertha und dem 1. FC Nürnberg sind verhärtet. Berlin hat im Zuge des Skandalspiels gegen den Franken (1:2) vor zwei Wochen Ermittlungen gegen Club-Torhüter Raphael Schäfer ausgelöst und den Bundesliga-Rivalen damit erzürnt.

"Hertha will damit von den eigenen Unzulänglichkeiten ablenken. Wenn es das Stilmittel der Zukunft ist, dem anderen Verein möglichst großen Schaden zuzufügen, dann gute Nacht", sagte Sportdirektor Martin Bader dem Sport-Informations-Dienst.

Die Berliner wiesen Baders Vorwürfe zurück. "Wir haben Schäfer nicht angeschwärzt, und wir haben ihn auch nicht angezeigt", sagte Hertha-Manager Michael Preetz und verwies auf die Stellungnahme des Klubs zu den Ausschreitungen am 13. März. Darin wurden auch Zeugenaussagen aufgenommen, die auf "ein mögliches Fehlverhalten Schäfers" unmittelbar nach dem Schlusspfiff hingewiesen hätten, erklärte Preetz. Der DFB-Kontrollausschuss, der inzwischen gegen den Club-Keeper ermittelt, habe Hertha gebeten, Stellung zu nehmen.

Die Nürnberger gehen fest von einem Freispruch für Schäfer aus. Der 31-Jährige hatte in dieser Saison bereits vor der Winterpause wegen einer Tätlichkeit gegen den Wolfsburger Zvjezdan Misimovic eine Vier-Spiele-Sperre abgesessen. Schäfer sollte in der Verhandlung gegen Hertha als Zeuge aussagen, machte jedoch von seinem Verweigerungsrecht Gebrauch.

  • Fotos : Hertha-Fans stürmen das Spielfeld

Randale kostete Hertha 350.000 Euro

Hertha war bei der Urteilsverkündung mit einem blauen Auge davongekommen. Das Tabellenschlusslicht muss sein übernächstes Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am 10. April unter einem Teil-Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Der Klub darf maximal 25.000 Karten an die eigenen Anhänger verkaufen, Die Ostkurve bleibt geschlossen. Außerdem muss der Verein 50.000 Euro an das Fanprojekt der Landessportjugend Berlin zahlen. Der Klub beziffert den finanziellen Schaden auf 350.000 Euro.

Nach der Berliner Niederlage im Kellerduell waren etwa 100 Hertha-Anhänger in den Innenraum gestürmt und hatten mit Stangen auf Werbebanden und Trainerbänke eingeschlagen. Insgesamt war es bei den Ausschreitungen zu 30 Festnahmen gekommen, Verletzte hatte es nicht gegeben. Hertha hat bereits 23 Randalierer mit einem bundesweiten Stadionverbot belegt.

(SID/can)