Wintertransfers: Nur Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 schlagen richtig zu

Wintertransfers in der Bundesliga: Nur die Ruhrpott-Rivalen schlagen richtig zu

Borussia Dortmund holte schon den künftigen Nachfolger für Marco Reus und hofft auf dessen sofortige Hilfe im Abstiegskampf, Schalke 04 verstärkte die Abwehr beim Angriff auf die Champions-League-Plätze: Auf dem Wintertransfermarkt der Bundesliga sorgten die Ruhrpottrivalen für die bemerkenswertesten - und teuersten - Verpflichtungen.

Der BVB zahlt zwölf Millionen Euro für den Slowenen Kevin Kampl, 9,5 Millionen kostet die Königsblauen der Serbe Matija Nastasic, wenn sie im Sommer nach kostenloser Ausleihe die Kaufoption ziehen.

Der 24-jährige Kampl ist für den auf den vorletzten Tabellenplatz abgestürzten Vizemeister der neue Hoffnungsträger. "Dortmund gehört da unten nicht rein, das wird in der Rückrunde anders aussehen", sagte der offensive Mittelfeldspieler, der möglicherweise schon ab Sommer Nationalspieler Reus ersetzen soll.

Rein optisch passt es: Mit seiner wasserstoffblonden, gegelten Sturmfrisur gleicht der Slowene dem BVB-Star. Auch sportlich erinnert der dribbelstarke, schnelle Offensivspieler, der vom österreichischen Meister RB Salzburg kam, an Reus.

Auf die Defensive setzte dagegen Schalke: Der 21-jährige Nastasic, der beim englischen Champion Manchester City zuletzt kaum zum Zug kam, soll den Königsblauen, so Sportvorstand Horst Heldt, "noch mehr Stabilität bringen". Am späten Dienstagabend traf der serbische Nationalspieler im Trainingslager in Katar ein, am Mittwoch absolvierte er den Medizincheck und seine erste Übungseinheit mit den neuen Kollegen.

"Ich denke, Schalke ist das Beste für mich", sagte Nastasic, der in der Meistersaison 2013/14 noch Stammspieler bei den Citizens war, "ich brauche Spielpraxis." Den Wunschkandidaten von Trainer Roberto Di Matteo sieht Heldt als "in seinen jungen Jahren schon sehr kompletten Spieler".

Neben den Revierrivalen machten als Einkäufer bisher nur der FC Augsburg und Schlusslicht SC Freiburg von sich reden. Für zwei Millionen Euro kehrt Dong-Won Ji aus Dortmund nach Augsburg zurück. Zudem schnappte sich der Tabellensechste Bayern Münchens umworbenes Toptalent Pierre-Emil Höjbjerg. Der 19-jährige Däne, der beim Rekordmeister bis 2018 verlängerte, will beim FCA vor allem Spielpraxis sammeln.

Für den gleichaltrigen Norweger Mats Möller Daehli gab Freiburg 1,5 Millionen Euro aus. Der Mittelfeldspieler, der von Cardiff City kommt, soll die schwächelnde Offensive des Tabellenletzten stärken. Dafür holten die Breisgauer auch Nils Petersen aus Bremen.

Spitzenreiter Bayern, der im Sommer noch für 50 Millionen einkaufte, gab lediglich Spieler ab. Der Schweizer Xherdan Shaqiri flüchtete vor dem harten Konkurrenzkampf zu Inter Mailand. Offiziell ist der 23-Jährige bis zum Saisonende ausgeliehen. Er unterschrieb aber bereits einen Vertrag bis 2019, die Ablösesumme im Sommer soll 18 Millionen Euro betragen.

Umstritten ist der sportliche Wert des Wolfsburger Neuzugangs Xizhe Zhang. Der 23-jährige Chinese ist vor allem ein PR-Coup: 40 Millionen Landsleute verfolgten am Fernseher seine Vorstellung beim VfL. Geldgeber VW rieb sich die Hände.

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(sid)
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