Vorsitz des DFB-Schiedsrichterausschusses: Volker Roth übergibt Amt an Herbert Fandel

Vorsitz des DFB-Schiedsrichterausschusses: Volker Roth übergibt Amt an Herbert Fandel

Frankfurt/Main (RPO). Volker Roth wird sein Amt als Vorsitzender des DFB-Schiedsrichterausschusses definitiv am 21. Mai 2010 niederlegen und damit erst am Saisonende den Staffelstab an den designierten Nachfolger Herbert Fandel übergeben. Ursprünglich sollte Roth schon beim Außerordentlichen DFB-Bundestag am 9. April in Frankfurt/Main nach 15 Jahren an der Spitze der Refereegilde seinen Hut nehmen.

Laut Fandel sei die neue Terminierung der Wunsch von DFB-Präsident Theo Zwanziger gewesen. "Auch wegen der hohen Verdienste von Volker Roth auf nationaler und internationaler Ebene ist es sehr sinnvoll, die Übergabe an das Saisonende zu legen", sagte Fandel.

In der heiklen Affäre um den ehemaligen DFB-Schiedsrichtersprecher Manfred Amerell und Fifa-Referee Michael Kempter war Roth zuletzt in die Kritik geraten. Der 68-Jährige hatte Zwanziger erst verspätet über die Vorwürfe gegen Amerell informiert und soll nach Angaben von Ex-Schiedsrichter Franz-Xaver Wack seit Jahren von Amerells Neigungen gewusst haben. Der frühere Top-Unparteiische Roth bestreitet dies.

Zuletzt hatte Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball, der das Schiedsrichterwesen unter Roth als "Geheimbund" bezeichnet hatte, auf einen Abschied des Schiri-Bosses am 9. April gedrängt. Fandel kann mit dem Zeitpunkt des Roth-Abschieds indes gut leben. "Ich beginne sehr gerne etwas Neues, aber bringe nur ungern etwas Altes zu Ende. Deshalb ist die Regelung gut", sagte der Konzertpianist. Roth wird damit bis zum Saisonende für die Schiedsrichter-Ansetzungen verantwortlich sein.

Fandel kann sich bei der Reform des Schiedsrichterwesens der Unterstützung von DFB und Deutscher Fußball Liga (DFL) sicher sein. Der Kyllburger hatte das neue Konzept zusammen mit DFB-Abteilungsleiter Lutz Michael Fröhlich und Hellmut Krug von der DFL erarbeitet und bei der DFB-Präsidiums- und Vorstandssitzung in der vergangenen Woche vorgestellt. Die Reform soll auf dem Bundestag am 9. April verabschiedet werden.

Bei den bereits im Zuge des Wettskandals viel diskutierten Ansetzungen der Schiedsrichter soll künftig jegliche Art der Multifunktionalität vermieden und die Benotung durch die Schiedsrichterbeobachter zweitrangig werden.

(SID/chk)