Bundesliga im Check: Vier Große wollen's wieder wissen

Bundesliga im Check : Vier Große wollen's wieder wissen

Düsseldorf (RP). Michael Ballack, Arjen Robben, Sebastian Kehl und Dante waren lange verletzt. Alle vier wollen in der Rückrunde ihr Comeback feiern. Die größten Fortschritte hat Bayern Münchens Offensivspieler Robben gemacht. Er steht wahrscheinlich schon wieder in der Startelf.

Die Leiden des Aufbautrainings kennt niemand so gut wie Sebastian Kehl. Seit 2006 schuftet Borussia Dortmunds Kapitän mehr in der Reha als gemeinsam mit den Kollegen auf dem Platz. Aber die Hoffnung auf eine dauerhafte Rückkehr in die Bundesliga-Mannschaft hat er nie aufgegeben. In der Rückrunde will es der bald 31-Jährige noch einmal wissen. Ebenso wie Michael Ballack (34/Bayer Leverkusen), Arjen Robben (26/Bayern München) und Dante (27/Borussia Mönchengladbach). Alle vier haben lange Verletzungspausen hinter sich.

Nun kommt es nach Einschätzung ihrer Ärzte und Physiotherapeuten besonders darauf an, dass sie Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des Körpers bekommen. So mancher fordert zu viel von sich selbst und bezahlt diesen Ehrgeiz mit gesundheitlichen Rückschlägen. Dante kann das bezeugen. Im Herbst schien er die Folgen einer ersten schweren Verletzung aus dem Sommer überstanden zu haben, als es ihn beim Kurzeinsatz im Bundesligaspiel beim 1. FC Köln erneut erwischte.

Entsprechend vorsichtig geht Mönchengladbachs Abwehrchef an sein Comeback heran. Er horcht tief in sich hinein, und er stellte nach dem ersten Training unter Höchstbelastung fest: "Ich habe noch Schmerzen." Folglich kommt das erste Rückrundenspiel beim 1. FC Nürnberg noch zu früh. "Wir führen ihn behutsam heran", verspricht Trainer Michael Frontzeck.

Dante soll auf keinen Fall so eine Berg- und Talfahrt erleben wie Kehl, dessen Karriere seit einem Zusammenprall mit dem damaligen Münchner Hasan Salihamidzic 2006 nie wieder so recht in Gang gekommen ist. Kehl, der in der Rückrunde einen neuen Anlauf macht, beschreibt den typischen Ablauf ganz treffend so: "Du trainierst gut, dann geht es dir wieder schlechter. Dann wieder Hoffnung, dann der nächste Rückschlag." Das sind physisch und psychisch harte Zeiten.

Der Dortmunder Kapitän hofft, dass er sie vorläufig hinter sich hat. Auch wenn er noch lange nicht wieder zur ersten Wahl gehört, ist er zumindest sicher, dass er bald wieder das volle Mannschaftstraining mitmachen kann. So bescheiden werden irgendwann die Ziele. Auch für Nationalspieler.

In dieser Hinsicht ist Michael Ballack bereits deutlich besser dran. "Er ist viel weiter als bei seiner ersten Verletzung im Sommer", sagt Trainer Jupp Heynckes. Er wird den Kapitän der Nationalmannschaft allerdings morgen Abend (20.30 Uhr) gegen Dortmund zunächst mal auf die Bank setzen. "Auch wenn man nicht topfit ist, kann man über die Emotion eine Topleistung bringen", erklärt der Fußballlehrer. An einen Einsatz von Anfang an denkt er nicht. Ballack sicher auch nicht. Er hat die Zeichen der Vorbereitungszeit richtig gedeutet und stellt gut erzogen fest: "Ich muss mich erst einmal herankämpfen."

Arjen Robben hat das offenkundig gar nicht nötig. Unter dem Jubel seiner Vorgesetzten (Manager Christian Nerlinger: "Wer ihn trainieren sieht, dem läuft das Wasser im Mund zusammen") machte er seine ersten Schritte mit dem Team im Wintertrainingslager. Und auch wenn Robben sagt, "man soll noch nicht so viel erwarten", wird er zum Auftakt der zweiten Runde in Wolfsburg mit Franck Ribéry die lange vermisste bayerische Flügelzange bilden. "Robben", sagt Mittelstürmer Mario Gomez in leiser Verkennung der Sportart, "ist eine Waffe, die zurückkommt." Sicher ist: Im Quartett Kehl, Dante, Ballack, Robben ist der Holländer körperlich den anderen voraus. Fußballerisch ohnehin.

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(RP)