VfB Stuttgart deklassiert Hannover 96 mit 5:1

5:1-Heimsieg : Stuttgart überrollt desolate Hannoveraner

Stuttgart darf durchatmen. Durch den höchsten Bundesliga-Sieg seit 2016 vergrößert der VfB den Abstand zu den direkten Abstiegsplätzen auf fünf Zähler. Für Hannover wird die Rettung dagegen ganz schwer, zumal die Leistung desolat war.

Die Hoffnung des VfB Stuttgart auf den Verbleib in der Fußball-Bundesliga lebt - die Abstiegssorgen von Hannover 96 werden nach einem desolaten Auftritt im Kellerduell dagegen immer größer. Dank des 5:1 (3:0)-Erfolgs am Sonntag vergrößerte der VfB als Drittletzter den Abstand auf die Niedersachsen und hält den Anschluss an den ersten Nicht-Abstiegsplatz.

Ex-Nationalstürmer Mario Gomez (4. Minute) sowie jeweils zweimal der 18 Jahre alten Winter-Neuzugang Ozan Kabak (16./45.) und Steven Zuber (78./81.) bescherten den Schwaben vor 55.781 Zuschauern den ersten Sieg nach zuvor acht Partien ohne Erfolg. Jonathas (68.) gelang der Treffer für die Gäste. Damit darf der unter Druck stehende VfB-Coach Markus Weinzierl nach dem höchsten Bundesliga-Sieg seit dem 5. März 2016 (5:1 gegen TSG 1899 Hoffenheim) erst einmal durchatmen. Die sportliche Lage von Hannover 96 hat sich nach einer erschreckend schwachen Leistung dagegen nochmals verschärft. Fünf Punkte trennen die Niedersachsen nun vom Relegationsplatz.

„Wir haben den Befreiungsschlag herbeigesehnt. Man merkt, dass eine Last abfällt. Es war ein verdienter Sieg. Dass er so hoch ausgefallen ist, freut uns umso mehr. Die erste Halbzeit war richtig gut. Das war nicht zu erwarten“, sagte VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger und Gonzalo Castro fügte hinzu: „Das war so ein Spiel, das jeder hier gebraucht hat. Wir waren willig, wir wollten das Spiel gewinnen. Das haben wir am Ende dann auch gemacht.“

Bei Hannovers Marvin Bakalorz war dagegen die Enttäuschung riesig. „Ich kann es mir nicht erklären. Alles war zu behäbig. Wir kommen in jeder Situation einen Schritt zu spät. So kannst du dich in der Bundesliga nicht präsentieren. Wir waren überhaupt nicht eklig“, sagte Bakalorz und fügte hinzu: Ob die Mannschaft zu lieb ist oder nicht, weiß ich nicht. Auf jeden Fall stehen wir da. Wenn du das Fußball-ABC nicht auf den Platz bringst, wird es schwer.“

Es gab in der Mercedes-Benz Arena von Beginn an nur ein Team, dem der Willen zum Verbleib in der Bundesliga anzusehen war: dem VfB. Was Hannover dagegen anbot, war über weite Strecken nicht Bundesliga-tauglich. Einsatzbereitschaft, Zweikampfverhalten, Offensivstärke - den Gästen mangelte es an fast allem. Hinzu kamen immer wieder teils katastrophale Abwehrschnitzer.

Einen ersten nutzte Gomez bereits nach wenigen Minuten aus. Nach einem Stellungsfehler von Hannovers Oliver Sorg tauchte er nach Zuspiel von Zuber frei vor 96-Keeper Michael Esser auf und verwandelte flach zur Führung. Es war der erste Bundesliga-Treffer des ehemaligen Nationalstürmers seit Mitte Dezember.

Und noch vor der Pause sorgten die Schwaben in einer einseitigen Partie für die Vorentscheidung. Hannover erweckte nicht mal den Eindruck, als würden sie dem VfB etwas entgegensetzen wollen. So nickte Kabak nach einem Eckstoß des starken Gonzalo Castro frei und unbedrängt zu seinem ersten Bundesliga-Treffer ein. Kurz darauf legte der junge Türke nach einem erneuten Castro-Eckball per Kopf zum 3:0 nach. „Der Junge ist so abgeklärt für sein Alter. Ich bin erstaunt, wie reif er ist und wie er dazulernen will. Soche Spieler brauchen wir beim VfB Stuttgart“, lobte Hitzlsperger den Youngster.

Erstmals in dieser Saison gelang dem VfB mehr als ein Treffer in der ersten Halbzeit - und es hätten sogar noch mehr sein müssen. Gomez (1./22./42.) und Santiago Ascacibar (44.) hatten weitere hochkarätige Chancen, scheiterten aber an Hannovers stark reagierendem Torhüter Esser. Doch auch die Paraden seines erneut besten Spielers sorgten bei Hannovers Trainer Thomas Doll nicht ansatzweise für Freude.

Angesichts der desolaten Vorstellung seiner Mannschaft verzweifelte der 52-Jährige an der Seitenlinie. Außer Esser stemmte sich keiner seiner Akteure gegen die Niederlage. Ein leichtes Aufbäumen begann erst im zweiten Durchgang, weil der VfB es dann zu lässig anging. Hannover kam so noch zum Anschlusstreffer durch Jonathas (68.), dem per Kopf das 1:3 gelang.

Als 96 die Offensive verstärkte, schlug der VfB eiskalt zu. Zuber bestrafte die Niedersachsen innerhalb weniger Minuten und sorgte für großen Jubel bei den Fans, die nach langer Zeit „Oh, wie ist das schön“ anstimmten.

Statistik:

Stuttgart: Zieler - Kabak, Pavard, Kempf - Beck, Castro, Emiliano Insua - Ascacibar, Zuber (84. Thommy) - Esswein (88. Donis), Gomez (73. Gentner). - Trainer: Weinzierl

Hannover: Esser - Sorg, Felipe (46. Bakalorz), Wimmer - Haraguchi, Anton, Schwegler (75. Nicolai Müller), Albornoz - Asano - Weydandt (46. Jonathas), Wood. - Trainer: Doll

Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)

Tore: 1:0 Gomez (4.), 2:0 Kabak (16.), 3:0 Kabak (45.), 3:1 Jonathas (68.), 4:1 Zuber (78.), 5:1 Zuber (81.)

Zuschauer: 55.781

Beste Spieler: Castro, Kabak, Zuber -

Gelbe Karten: Zuber (2), Esswein (2) - Sorg (5), Bakalorz (2)

Torschüsse: 14:3

Ecken: 7:0

Ballbesitz: 50:50 %

Zweikämpfe: 114:108

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