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Absage an den FC Bayern: Verkauft der BVB Robert Lewandowski ins Ausland?

Absage an den FC Bayern : Verkauft der BVB Robert Lewandowski ins Ausland?

Im Poker um Robert Lewandowski hat Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nach der Wechselabsage an den FC Bayern für 2013 einen Transfer des Polen zu einem anderen Klub nicht ausgeschlossen.

"Wir wollen mit allen Beteiligten eine Konsens-Lösung finden. Deshalb sage ich jetzt nicht, er bleibt definitiv und das ist so für alle Tage", sagte Watzke der "Bild". Der Stürmer werde dieses Jahr "sicher nicht" zum deutschen Meister aus München wechseln. "Alles andere werden wir mit Robert und seinen Beratern in den nächsten Tagen besprechen. Das gebietet der Respekt. Wie gesagt: Unser expliziter Wunsch ist, dass Robert nächste Saison für Borussia Dortmund spielt."

"Zweimal telefonischen Kontakt"

Watzke erklärte, es habe in den vergangenen vier Wochen "zweimal telefonischen Kontakt" mit den Bayern gegeben, es liege aber kein schriftliches Angebot der Münchner für Lewandowski vor. "Wir haben allein aus börsenrechtlichen Gründen darauf hingewiesen, dass wir ein schriftliches Angebot für Lewandowski benötigen. Aber dieses Angebot ist bis zum heutigen Tage nicht eingetroffen. Die Akte Bayern ist 2013 geschlossen, das stellen wir wirklich ganz unaufgeregt und ohne Groll fest", sagte der BVB-Geschäftsführer. "Wenn Robert trotzdem nach München möchte, hat er im nächsten Jahr die Gelegenheit dazu." Der Spieler, dessen Vertrag bis 2014 läuft, und sein Berater hatten zuletzt mehrfach den Wechselwillen geäußert. Noch in der vergangenen Woche hatte der Pole gesagt, dass er davon ausgehe, in diesem Sommer zu seinem Wunschverein wechseln zu können.

Der Vertrag des Polen, der an den Dortmunder Erfolgen in den vergangenen drei Jahren maßgeblich beteiligt war, läuft noch bis Mitte 2014. Wenn Watzkes Wort Bestand hat, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Lewandowski bleibt ein weiteres Jahr in Dortmund und wechselt anschließend ablösefrei (zum Beispiel nach München), oder er verlässt bereits in dieser, bis zum 31. August dauernden Wechselperiode den Verein und geht ins Ausland. Die Ablösesumme wird auf 25 Millionen Euro beziffert.

Lockt Mourinho Lewandowski nach London?

Aus finanziellen Gründen muss der BVB den Spieler aber nicht abgeben. Der Transfer von Mario Götze zum FC Bayern für 37 Millionen Euro und die Einnahmen aus der Champions League haben den Westfalen die Kasse gefüllt.

Mit englischen Klubs war er zuletzt mehrmals in Verbindung gebracht worden. Vor allem Jose Mourinho, der Trainer des FC Chelsea, scheint spätestens seit seinen vier Toren im Halbfinale der Champions League gegen seinen damaligen Klub Real Madrid Gefallen an den 24-jährigen Angreifer gefunden zu haben.

Während sich Watzke einen Wechsel Lewandowskis ins Ausland vorstellen kann, glaubt Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc nicht daran. Er sagte "Sport Bild plus": "Wir wissen ja, dass Robert nur zu Bayern möchte. Deshalb wird es so sein, dass er jetzt bei uns bleibt." Der langjährige BVB-Profi geht von einem Wechsel des Polen 2014 zum Triple-Gewinner aus: "Wir sind ja nicht naiv. Darauf müssen wir uns einstellen." Lewandowski habe die Entscheidung der Borussia "professionell aufgenommen", so Zorc.

Man habe sich auch mit einem sofortigen Wechsel von Robert zu Bayern beschäftigt, "aber dazu braucht es ein offizielles Angebot und das gab es bis heute nicht. Deshalb wollten wir Planungssicherheit und nun war die Deadline erreicht". Außerdem wisse man, dass "Robert schwer zu ersetzen sein wird auf dem Markt", betonte das BVB-Urgestein.

(dpa/can/sid)