Union Berlin in der Relegation gegen VfB Stuttgart: Statistik spricht gegen die Berliner

Relegation gegen Stuttgart : Statistik spricht gegen Union

Bis Donnerstag bleibt dem Union Berlin Zeit zum Frustabbau. Die Enttäuschung über die verpasste Chance sitzt tief. Gegen den VfB Stuttgart soll nun in der Relegation der erste Bundesliga-Aufstieg her. Die Statistik spricht gegen den Außenseiter.

Mit leeren Gesichtern verabschiedeten sich die Profis des 1. FC Union von ihren Fans, Torwart Rafal Gikiewicz suchte in Tränen aufgelöst Trost bei seiner Familie. Erst einige Minuten nach Ende des Traums vom direkten Aufstieg fanden die Berliner vor der Rückreise aus Bochum langsam ihre Angriffslust für die Relegation gegen den VfB Stuttgart wieder. „Es geht um alles. Für sie geht es ums Überleben in der ersten Liga, für uns geht es darum, Geschichte zu schreiben“, sagte Offensivspieler Joshua Mees mit Blick auf die beiden Duelle des Zweitliga-Dritten mit dem Erstliga-16. „Es werden packende Duelle.“

Nun geht es am Donnerstag in Stuttgart und am 27. Mai im Stadion An der Alten Försterei um den ersten Sprung der Vereinsgeschichte in die Bundesliga. „Im ersten Moment ist jeder niedergeschlagen. Man muss den Spielern auch ein bisschen Zeit geben, das zu verarbeiten“, betonte Trainer Urs Fischer nach dem 2:2 beim VfL Bochum. „Ich glaube schon, dass wir dann bereits sind für die Relegationsspiele.“

Nur ein Tor fehlte angesichts des 1:3-Patzers des Aufstiegsrivalen SC Paderborn bei Dynamo Dresden. Doch erneut ließen die Köpenicker eine große Chance ungenutzt, schleppen eine Auswärtsschwäche mit in die Relegation. Nur drei Punkte gelangen in den letzten fünf Partien in der Fremde. Doch ein Unentschieden in Stuttgart würde nun eine gute Ausgangslage für das Rückspiel bedeuten. „Wir wissen natürlich, dass wir Außenseiter sind“, sagte Kapitän Christopher Trimmel beim Pay-TV-Sender Sky. „Stuttgart hat eine Riesenmannschaft, wir haben das Spiel gegen Schalke gesehen. Es wird eine Riesen-Herausforderung.“

Auch angesichts des Blicks in die Historie. Seit Wiedereinführung der Relegation vor zehn Jahren setzte sich nur zweimal der Zweitligist durch: 2009 der 1. FC Nürnberg gegen Energie Cottbus und 2012 Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC. Union tat sich in seiner Vereinsgeschichte schwer, wenn sich die Ligenzugehörigkeit nach dem regulären Saisonfinale entschied: Nur zwei- von zehnmal gelang der Aufstieg oder Klassenverbleib.

Die Hoffnung, es als 56. Neuling und fünfter Berliner Club in die Bundesliga zu schaffen, ist aber ungebrochen. „Wir müssen uns jetzt aufrichten, relativ schnell die Köpfe freikriegen“, sagte Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball, „und dann bin ich überzeugt, dass die Mannschaft nochmal alles raushaut.“

(dpa/old)
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