Bundesliga TV-Gelder sollen nach Leistung gezahlt werden

Frankfurt/Main (rpo). Nachdem die Fernsehrechte an der Bundesliga ab der kommenden Saison an das Unternehmen Arena gegangen sind, plant die Deutsche Fußball-Liga (DFL) jetzt offenbar eine Neuverteilung der TV-Gelder an die Vereine. Dabei soll der Solidaritätsgedanke in den Hintergrund treten, künftig gilt offenbar das Leistungsprinzip.

 Der neue TV-Rechteinhaber Arena kann sich Live-Spiele im Free-TV vorstellen.

Der neue TV-Rechteinhaber Arena kann sich Live-Spiele im Free-TV vorstellen.

Foto: ddp, ddp

Nach Informationen des "kicker" soll die bislang an alle Klubs in gleicher Höhe gezahlte Garantiesumme wegfallen und die ab der Spielzeit 2006/07 erwarteten 420 Millionen Euro pro Saison ausschließlich nach Tabellenstand ausgeschüttet werden. Zudem soll die Aufteilung in erste und zweite Liga durch eine Rangliste der Klubs von Platz 1 bis 36 ersetzt werden.

Nach kicker-Recherchen soll der deutsche Rekordmeister Bayern München in der kommenden Saison statt wie bisher 16,2 Millionen Euro bis zu 25 Millionen Euro aus dem Bundesliga-TV-Vertrag erzielen können.

Bei dem nun diskutierten Modell, über das der Ligaverbandsvorstand um Präsident Werner Hackmann bis Mitte Januar beraten will, sollen 75 Prozent der Einnahmen nach den Ergebenissen der zurückliegenden drei Jahre ausgeschüttet werden, 25 Prozent errechnen sich nach den aktuellen Platzierungen. Zusätzlich sollen auch die Absteiger aus der zweiten Liga von ihren Platzierungen der vorangegangen drei Jahre profitieren.

Mehr Geld als bisher

Dieser Plan soll garantieren, dass jeder Klub mehr Geld als bisher erhält und ein Abstieg die Vereine nicht an den Rand des Ruins treibt. Zudem hätten sich die Spitzenklubs mit ihrer Forderung nach höheren Einnahmen durchgesetzt. Die Verantwortlichen der Europapokalteilnehmer erheben bereits seit Jahren den Anspruch auf mehr Geld, um im Wettbewerb mit den europäischen Topklubs mithalten zu können.

Der bislang praktizierte Verteilungsschlüssel galt seit dem 1. Juli 2000. Dabei gingen 80 Prozent der Einnahmen (derzeit 302 Millionen Euro) an die erste, 20 Prozent an die zweite Liga. In der Eliteklasse wurde die Hälfte der Erlöse zu gleichen Teilen an die Klubs aufgeteilt. Die andere Hälfte ging gestaffelt nach Leistung an die Vereine. 75 Prozent errechneten sich aus den Platzierungen der vergangenen drei Spielzeiten, 25 Prozent nach den aktuellen Tabellenständen der laufenden Saison. Im "Unterhaus" ging 75 Prozent des Geldes zu gleichen Teilen an die Klubs, 25 Prozent wurde auf Erfolgsbasis abgerechnet.

Die Forderung der Spitzenvereine, auch die Ergebnisse im Europacup und DFB-Pokal bei der Verteilung der Fernsehgelder zu berücksichtigen, will der Ligavorstand aber angeblich nicht berücksichtigen.

(sid)
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