1:0-Sieg in Darmstadt Sonntagsschuss rettet schwache Bayern — denen schwant Böses

Darmstadt · Ein Geniestreich von Douglas Costa hat einem lustlosen FC Bayern drei Tage vor dem Bundesliga-Gipfel gegen RB Leipzig die Tabellenführung gesichert. Über weite Strecken war es ein reichlich uninspirierter Auftritt des Rekordmeisters beim wackeren Schlusslicht Darmstadt 98.

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Der Siegestanz vor den Fans war das Dynamischste, was die Spieler des FC Bayern an diesem Tag zu bieten hatten. Doch wen interessierte am Ende noch die denkbar schwache Leistung? Ein Traumtor aus 25 Metern von Douglas Costa sicherte den Münchnern das 1:0 (0:0) bei Darmstadt 98 - und die bessere Ausgangsposition für den Bundesliga-Gipfel am Mittwoch gegen die hartnäckigen Emporkömmlinge von RB Leipzig.

"Unser Respekt ist riesig, alles andere wäre vermessen", sagte Weltmeister Mats Hummels im Sky-Interview, "es wird eine verdammt harte Aufgabe und ein verdammt hartes Spiel." Da muss der Rekordmeister wieder ein anderes Gesicht zeigten, wie Nationaltorhüter Manuel Neuer sofort nach dem Schlusspfiff anmahnte: "Wie wir hier aufgetreten sind - das war nicht der FC Bayern."

Als seine Mitspieler beim wackeren Schlusslicht 70 Minuten lang ohne Ideen angerannt waren, hatte sich Costa den Ball geschnappt und ihn krachend in den Winkel geschossen. Es war ein Schuss ins Glück: Ein Unentschieden reicht somit am 16. Spieltag, um gemäß Selbstverständnis Weihnachten an der Spitze zu feiern - wie immer in den vergangenen fünf Jahren.

Darmstadt kämpft wacker, wird aber nicht belohnt

Die um jeden Zentimeter kämpfenden Lilien schienen am vierten Advent an einer wundersamen Weihnachtsgeschichte zu schreiben. Im zweiten Spiel unter ihrem Interimstrainer Ramon Berndroth zeigten sich die Südhessen gegen fahrige Münchner deutlich kompakter, doch schließlich gingen sie zum siebten Mal in Serie als Verlierer vom Platz. "Komplimente sind schön. Doch Punkte sind besser", sagte Berndroth.

Ohne den für das RB-Spiel geschonten Arjen Robben, den verletzten Jerome Boateng (Schulter-OP) und den kurzfristig ausgefallenen Philipp Lahm (Oberschenkelprobleme) brauchte der Rekordmeister ungewohnt lange, um auf Betriebstemperatur zu kommen. In der Anfangsphase leisteten sich die Gäste mehrere Abspielfehler, dank derer die Lilien zumindest in die Nähe des Tores von Manuel Neuer kamen.

In der Offensive fiel dem Branchenführer in der ersten Halbzeit nicht viel ein. Robbens Vertreter Costa über links und Weltmeister Thomas Müller, der den bis zur 69. Minute auf der Bank sitzenden Franck Ribéry auf der rechten Seite ersetzte, strahlten zu wenig Gefahr über die Außenpositionen aus. In der Mitte stellten die Gastgeber Robert Lewandowski meist drei kopfballstarke Verteidiger entgegen.

Pech hatte der Rekordmeister in der 40. Minute, als Schiedsrichter Bastian Dankert (Rostock) nach einem Zweikampf zwischen Mario Vrancic und Mats Hummels im Lilien-Strafraum auf Elfmeter hätte entscheiden können. Die Pfeife des Unparteiischen blieb stumm. Kurz darauf feierte der Großteil der 17.400 Zuschauer im ausverkauften Stadion am Böllenfalltor das 0:0 zur Pause.

Stanislawski nächster Darmstadt-Trainer?

Das war für die tapfer kämpfenden Lilien, bei denen Holger Stanislawski ein Kandidat für den Trainerposten sein soll, nicht unverdient. Die Abstiegskandidaten warfen sich in jeden Ball und machten den technisch hoch überlegenen Gästen das Leben schwer. Berndroth hatte die bisher älteste Darmstädter Bundesliga-Startelf (im Schnitt 29 Jahre und 204 Tage) ins Spiel geschickt.

Die Bayern hatten auch nach der Pause Mühe mit dem aggressiven Spielstil des Gegners. Müller zwang Lilien-Torwart Michael Esser in der 52. Minute zu einer Parade. Auf der Gegenseite setzte Jerome Gondorf einen Freistoß knapp am Bayern-Tor vorbei (58.).

(sid)
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